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Londoner Gericht erhebt Anklage gegen Flugzeugentführer: Sechs Männer freigelassen / 73 Geiseln zurückgekehrt

zuletzt aktualisiert: 14.02.2000

London/Kandahar (AP). Gegen 13 mutmaßliche Entführer des afghanischen Verkehrsflugzeugs ist am Montag vor einem Londoner Gericht Anklage erhoben worden. Der Richter ordnete nach einer ersten Anhörung an, die Männer im Alter zwischen 18 und 36 Jahren bis zum nächsten Gerichtstermin am 13. März in Polizeigewahrsam zu halten. Nach Polizeiangaben wurden sechs weitere Männer nach einer Befragung freigelassen. Wie es weiter hieß, beantragten sie zusammen mit 73 Passagieren des Flugzeugs politisches Asyl.

Innenminister Jack Straw teilte dagegen mit, lediglich 69 Menschen hätten formell um Asyl gebeten. Unterdessen verlautete aus dem Außenministerium, dass einige der Asylsuchenden auf Staaten wie die USA, Indien oder Pakistan verteilt werden könnten. Das Ministerium stehe mit einigen Staaten in Verbindung, wo die Menschen sicher untergebracht werden könnten. Genannt wurden auch Russland, Usbekistan und Kasachstan. Straw versicherte, er werde persönlich und unvoreingenommen über jeden einzelnen Antrag entscheiden. Die in Afghanistan regierende Taliban-Miliz forderte die britische Regierung auf, den Passagieren kein Asyl zu gewähren.

Unterdessen wurden 73 weitere ehemalige Geiseln nach Afghanistan zurück geflogen, wo sie begeistert empfangen wurden. Außenminister Wakil Ahmed Muttawakil umarmte am Flughafen von Kandahar jeden der 58 Männer und überreichte Geschenke. Nach islamischer Tradition gab es aber keinen Kontakt zu den acht Frauen und sieben Kindern an Bord. Das von der Internationalen Organisation für Migration gecharterte Flugzeug war am Morgen vom britischen Luftwaffenstützpunkt Brize Norton gestartet. Die Verkehrsmaschine war am 6. Februar auf einem Inlandsflug in Afghanistan gekidnappt worden. Am Donnerstag wurde die Entführung dann auf dem Londoner Flughafen Stansted friedlich beendet.

Quelle: RPO Archiv

 
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