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Brüssel/Rahden
SEK suchte Terroristen in Ostwestfalen

Brüssel/Rahden. Die belgische Polizei weitet ihre Fahndung aus. Der Zugang zu Thalys-Zügen soll kontrolliert werden.

Belgien hat in Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris einen weiteren Verdächtigen zur Fahndung ausgeschrieben. Gesucht werde Mohamed Abrini, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der 30-Jährige war zwei Tage vor den Taten mit dem gleichfalls verdächtigen Salah Abdeslam an einer Tankstelle in Ressons nördlich von Paris gefilmt worden.

Abrini habe am Steuer eines Renault Clio gesessen. Der Wagen sei am 13. November bei den Anschlägen in Paris benutzt worden. Laut Fahndungsaufruf ist der Gesuchte 1,75 Meter groß und sportlich. "Er ist gefährlich und wahrscheinlich bewaffnet", heißt es. Abdeslam ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter, die sich in Paris in die Luft gesprengt hatten. Laut Brüsseler Staatsanwaltschaft wurde zudem gegen einen weiteren Verdächtigen, der an den Pariser Anschlägen beteiligt sein soll, Haftbefehl erlassen.

Einer der Attentäter von Paris ist nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann möglicherweise im Freistaat als Flüchtling registriert worden. "Es spricht im Moment sehr viel dafür", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur". Nach aktuellem Erkenntnisstand sei einer der Terroristen, die sich vor dem Stade de France in die Luft gesprengt hatten, in Bayern als Flüchtling registriert worden. Er gehe davon aus, dass der Mann mit gefälschtem Pass eingereist sei.

Der mutmaßliche Drahtzieher der Attentate, der vorige Woche bei einer Polizei-Razzia getötete Abdelhamid Abaaoud, plante offenbar ein weiteres Attentat. Nach Angaben der Ermittler wollten Abaaoud und ein Komplize sich am 18. oder 19. November im Büroviertel La Défense im Westen von Paris in die Luft sprengen.

Mit einer Entwarnung endete ein Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei in Rahden in Ostwestfalen. Die deutschen Behörden hatten Hinweise auf den Aufenthalt des flüchtigen Attentäters Abdeslam erhalten und nach Verdächtigen gesucht.

Die Schulen und Kindergärten in Brüssel sollen heute trotz der höchsten Terrorwarnstufe wieder öffnen. Auch die U-Bahn soll nach und nach wieder ihren Betrieb aufnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute erstmals seit den Terroranschlägen Paris besuchen.

Frankreich will noch 2015 an den Bahnhöfen in Paris und Lille Zugangskontrollen zu den Hochgeschwindigkeitszügen errichten. Es soll auch an den Thalys-Bahnhöfen im Ausland Sicherheitsschleusen geben, etwa in Brüssel, Amsterdam und Köln. Rolf Beu (Grüne) sagte, es sei fraglich, ob im überlasteten Kölner Bahnhof ein Umbau möglich sei.

Quelle: RP
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