Mindestens ein Toter und 19 Verletzte: Selbstmordanschlag in Tel Aviv
zuletzt aktualisiert: 22.05.2002 - 21:57Jerusalem (rpo). In einem Vorort von Tel Aviv hat sich erneut ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und dabei mindestens einen weiteren Menschen mit in den Tod gerissen. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte vier Palästinenser getötet.
Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Anschlag in Rischon Letzion der Attentäter und mindestens eine weitere Person getötet. 19 Menschen wurden verletzt. Der Sprengsatz detonierte der Polizei zufolge mitten in der Stadt.
Erst am 7. Mai hatte sich ein Selbstmordattentäter in einer Spielhalle in derselben Stadt in die Luft gesprengt und 15 Israelis mit in den Tod gerissen. Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon sprach von einem "weiteren feigen Terroranschlag palästinensischer Terroristen".
Wenige Stunden vor dem Anschlag drangen israelischen Streitkräfte erneut in palästinensisches Territorium ein und töteten vier Palästinenser. Darunter befindet sich auch der Chef der der Fatah-Bewegung des Präsidenten Jassir Arafat nahe stehenden Al-Aksa-Brigaden im Flüchtlingslager Balata im Westjordanland, Mahmud Titi. Gleichzeitig teilte die israelische Armee den Gazastreifen in zwei Hälften. Palästinenser durften die Demarkationslinie nicht passieren.
Neben dem 30-jährigen Titi starben bei dem Angriff auf das Lager Balata noch zwei seiner Begleiter und ein Passant. Israelische Panzer drangen bis an den Rand des Lagers vor und schossen mehrere Granaten auf die Männer, die sich auf dem Friedhof des Lagers versammelt hatten. Erklärungen der israelischen Streitkräfte legten den Verdacht nahe, dass es sich bei dem Angriff um eine gezielte Aktion zur Tötung Titis gehandelt hat. In einer ersten Stellungnahme hieß es, Titi sei ein "Spitzenterrorist" gewesen, der für viele Angriffe auf Israelis verantwortlich sei.
Funde am Tatort wiesen darauf hin, dass die Israelis mit Nägeln gefüllte Streugranaten verwendet haben, deren Gebrauch nach internationalem Recht verboten ist. Nach dem Angriff zogen sich die Israelis wieder aus dem Palästinensergebiet zurück.
Während einer Razzia im Westjordanland trieben israelische Soldaten mehrere hundert Palästinenser zum Verhör in einem Schulhof zusammen. In der Nähe von Dschenin im Westjordanland wurde am Mittwoch ein Palästinenser getötet. Er hatte nach Armeeangaben einen Sprengsatz bei sich, der vorzeitig explodierte. Bei Bethlehem wurde ein Palästinenser nach Angaben von Augenzeugen von israelischen Soldaten erschossen.
Unterdessen wurden zwölf der 13 Palästinenser, die nach der Belagerung der Geburtskirche ins Exil gehen mussten, aus Zypern abgeholt. Sechs EU-Länder haben sich bereit erklärt, die Männer aufzunehmen. Nur der frühere Geheimdienstchef von Bethlehem, Abdullah Daud, blieb vorläufig auf der Mittelmeerinsel. Bislang hat sich kein EU-Land bereit erklärt, ihn einreisen zu lassen. Die anderen zwölf wurden auf sechs EU-Länder verteilt: Spanien und Italien nehmen je drei, Griechenland und Irland je zwei und Portugal und Belgien je einen auf.
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