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Zwischenfall im Gazastreifen: Selbstmordattentäter sprengt sich in die Luft

zuletzt aktualisiert: 26.10.2000 - 20:47

Jerusalem (AP). Ein palästinensischer Selbstmord-Attentäter (Foto) hat sich am Donnerstag an einem israelischen Armeeposten im Gazastreifen in die Luft gesprengt und dabei einen israelischen Soldaten leicht verletzt. Nach dem Anschlag sperrten israelische Panzer die Hauptverkehrsstraße in Gaza ab. Die radikale Gruppe Islamischer Dschihad bekannte sich zu dem Anschlag.

Auf die jüngsten Friedensbemühungen von US-Präsident Bill Clinton gab es am Donnerstag nur verhaltene Reaktionen. Der palästinensische Parlamentspräsident Achmed Kureia forderte stattdessen einen stärkere Vermittlerrolle der Europäischen Union und Russlands.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview, sein Land sei bereit, sich an der Suche nach einer Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu beteiligen. Nach dem Scheitern des Krisengipfels von Scharm el Scheich sei die Gefahr groß, dass alle bisher erreichten Fortschritte wieder zunichte gemacht würden. Um eine Regelung des Konflikts zu erreichen, müsse die Zahl der Teilnehmer an den Friedensgesprächen auf ein Maximum erhöht werden, sagte Putin der französischen Zeitung "Le Figaro".

Die Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat erklärte, die Ausschreitungen müssten weitergehen, um Zugeständnisse der Israelis zu erreichen. "Wir müssen den Aufstand weiterführen, um die Verhandlungsregeln zu verändern und das Monopol der Amerikaner zu brechen", sagte der Fatah-Vorsitzende im Westjordanland, Marwan Barghuti. Amerika schütze die Interessen Israels.

Clinton bemüht sich derzeit, den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak und Arafat zu getrennten Gesprächen nach Washington zu holen. Baraks Berater Danni Jatom sagte am Donnerstag: "Niemand hat gesagt, dass Barak nach Washington fährt. Jetzt ist es wichtig, die Gewalt zu stoppen, und das ist bislang noch nicht geschehen."

Im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag vom Donnerstag beschuldigte der israelische Befehlshaber im Gazastreifen, Generalmajor Jomtov Samija, Arafats Behörden der Untätigkeit. Erste Gespräche zwischen israelischen und palästinensischen Kommandeuren über eine Waffenruhe seien jedoch ermutigend verlaufen. "Ich kann sagen, dass es positiv und optimistisch war - im Gegensatz zu den anderen Treffen in diesem Monat", erklärte Samija. Erst am Mittwoch hatte die radikalislamische Hamas mitgeteilt, dass die Unruhen in den palästinensischen Autonomiegebieten gezielt von Planungskomitees vorbereitet werden. Nach Angaben der Organisation treffen sich täglich Vertreter von zwölf palästinensischen Gruppen, darunter auch die Fatah-Bewegung.

Quelle: RPO Archiv

 
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