Wegen Kriegsverbrechen angeklagt: Serbischer Freischärlerführer stellt sich UN-Tribunal
zuletzt aktualisiert: 24.02.2003 - 08:02Belgrad (rpo). Der serbische Freischärlerführer Vojislav Seselj ist wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Jetzt will er sich freiwillig dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Hagg stellen, meldete der Belgrader Sender B-92.
Etwa 100 Anhänger und seine vier Söhne verabschiedeten ihn am Flughafen.
Er werde sich allein verteidigen und hoffe, dass er der letzte Serbe sei, der vor dem Tribunal erscheine, sagte er vor dem Abflug. Seselj werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Kroatien, Bosnien und der nordserbischen Provinz Vojvodina zwischen 1991 und 1993 zur Last gelegt. Er war am Samstag vom Parteitag der Serbischen Radikalen Partei als Parteichef bestätigt worden.
Am Sonntagabend hatten sich in Belgrad mehr als 10 000 seiner Anhänger versammelt. Seselj sagte den Versammelten, dass er in Den Haag den Amerikanern, der NATO und dem Tribunal selbst den Prozess machen werde. Seine begeisterten Anhänger rief er auf, keine Auslieferung von angeklagten Serben an den UN-Gerichtshof zu erlauben. Er nannte dabei den ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic und seinen Armeechef Ratko Mladic.
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