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Damaskus/Genf
Sicherheitszonen für Aleppo im Gespräch

Damaskus/Genf. In der syrischen Metropole wird weiter gekämpft. Der Schlüssel für eine Feuerpause liegt in Moskau. Von Jan Dirk Herbermann

Im syrischen Bürgerkrieg ist die Feuerpause rund um die Hauptstadt Damaskus abermals verlängert worden. Wie syrische Staatsmedien und das russische Militär berichteten, soll dort das "Regime der Ruhe" für 48 weitere Stunden gelten. Die am Freitag ausgerufene Kampfpause wird damit zum zweiten Mal verlängert. Eine Ausweitung auf die heftig umkämpfte Stadt Aleppo gelang zunächst allerdings nicht. Bewohner von Aleppo berichteten von schwerem Artillerie-Beschuss und Raketen-Einschlägen in ihrer Stadt.

Derweil drang in Genf US-Außenminister John Kerry auf ein Schweigen der Waffen. Kerry appellierte an Russland: Moskau solle das verbündete Regime von Diktator Baschar al Assad wieder auf die offiziell noch geltende Feuerpause einschwören. Er erwarte Russlands Kooperation, um Syriens Menschen "von dieser Verwüstung zu befreien". Zumal die umkämpfte Metropole Aleppo müsse verschont werden. Kerry berichtete von Fortschritten für ein Abkommen mit den Russen, jedoch nannte er keine Details. Nach US-amerikanischen Medienberichten könnten sich Russen und Amerikaner etwa auf "sichere Zonen" in Aleppo einigen, die von Kämpfen ausgenommen sein sollen.

Eine reaktivierte Feuerpause soll nicht nur direkt Menschen in dem Bürgerkriegsland vor Gewalt bewahren. Sie soll auch den Fortgang der Syrien-Gespräche der Vereinten Nationen sichern. Denn ohne eine weitgehend stabile Feuerpause will die Uno die unterbrochenen Gespräche für eine politische Lösung des Bürgerkriegs vorerst nicht wieder aufnehmen.

Dass der Schlüssel für eine Reaktivierung der Feuerpause in Moskau liegt, wurde nach Angaben von Diplomaten bei allen bisherigen Gesprächen überdeutlich. "Nur die Russen können gegenüber Assad ein Machtwort sprechen und ihn zum Einlenken bewegen", hieß es. Russlands Außenminister Sergej Lawrow will heute mit Uno-Vermittler de Mistura sprechen.

In den vergangenen Tagen hat das syrische Regime seine Angriffe in und um Aleppo verstärkt. Bei einem Luftangriff auf ein Krankenhaus, der mutmaßlich auf das Konto des Regimes geht, waren Dutzende Menschen gestorben. Assad gibt vor, dass sich die Militäroperationen gegen Terroristen richten und damit legitim seien. Im Jargon Assads handelt es sich aber praktisch bei allen Gegnern um Terroristen.

Quelle: RP
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