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Sieg für Gabriel im Atomstreit

In der Stunde der Niederlage blieb Eon-Chef Johannes Teyssen diplomatisch: Nein, Erpressung will er das nicht nennen, was Sigmar Gabriel vorhat. Faktisch lief es aber darauf hinaus. Kaum hatte Eon vor einem Jahr seine Aufspaltung bekanntgegeben, brachte der Wirtschaftsminister ein Gesetz auf den Weg, wonach Mutterkonzerne auf Dauer für abgetrennte Atomgeschäfte verantwortlich sind. Eltern haften für ihre Kinder, lautete sein Schlachtruf. Als Politiker, der im Gorleben-Land Niedersachsen politisch sozialisiert wurde, beherrscht er alle Tricks im Kampf gegen die Atomwirtschaft. Nun gibt Eon klein bei und macht einen Salto rückwärts: Das Atomgeschäft bleibt im Konzern. Ein folgerichtiger Schritt für Eon, ein Sieg für Gabriel. Von Antje Höning

Doch die Geschichte geht weiter: Teyssen, der Eon seit Jahren von einem erfolglosen Strategiewechsel zum nächsten treibt, muss ein tragfähiges Geschäftsmodell liefern. Und die Politik muss endlich den Ausstieg aus der Atomkraft organisieren, den sie einst selbst von der Wirtschaft eingefordert hatte. Dazu gehört neben einem Endlager auch ein Atomfonds, den Gabriel vor allem wegen der RWE-Krise vorantreibt. Am Ende wird Eon seine Atomlasten doch noch loswerden - aber zu Gabriels Bedingungen.

Quelle: RP
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