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Gabriel sucht Rat bei Lafontaine
Genosse Zickzack

Porträt: Gabriel - unberechenbar und brillanter Stratege
Porträt: Gabriel - unberechenbar und brillanter Stratege FOTO: afp, JOHN MACDOUGALL
Meinung | Berlin. Sigmar Gabriel sucht Rat bei Oskar Lafontaine. Es ist nicht das erste Mal, dass der SPD-Chef seiner Partei eine überraschende Wendung zumutet.  Von Michael Bröcker

Die Sache mit SPD-Chef Sigmar Gabriel ist schon verrückt. Die Partei müsste dem Mann eigentlich einen Orden für außergewöhnliche Verdienste für die Sozialdemokratie verleihen.

Immerhin hat Gabriel 2013 eine frustrierte SPD zusammengehalten, in Regierungsverantwortung geführt und seither so viele sozialdemokratische Herzensprojekte in Gesetzesform gießen dürfen, dass die Republik rot glüht. Frau Nahles darf die Wirtschaft mit Regulierungen gängeln und das sozialstaatliche Füllhorn ausschütten (was schert die Genossen schon die Generation von morgen?), wie es sich selbst die Jusos nicht hätten ausmalen können.

Und was passiert? 20 Prozent Zustimmung für die SPD im Volk. 75 Prozent für Gabriel in der Partei.

Vielleicht liegt Gabriels Dilemma ja auch in seinen rapiden Kursschwankungen. Vor zwei Jahren wollte er Ludwig Erhard sein und betonte, dass die Wirtschaft erst wachsen müsse, bevor der Sozialstaat agieren könne. Heute trifft er sich mit Lafontaine und predigt das Mantra des Verteilungsstaats. Wer soll da noch mitkommen?

Quelle: RP
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