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Ljubljana
Slowenen stimmen gegen die Homo-Ehe

Ljubljana. Katholische Kirche und Opposition setzen sich durch.

Die Slowenen haben sich klar gegen die volle rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der traditionellen Ehe ausgesprochen. In einem von der Opposition und der katholischen Kirche angestrengten Referendum stimmten 63,5 Prozent der Abstimmenden am Sonntag gegen die Homo-Ehe. Die Gleichstellungsgegner erreichten auch das erforderliche Quorum von mindestens 20 Prozent aller Wahlberechtigten. Von 1,7 Millionen stimmberechtigten Bürgern nahmen mehr als 620.000 an der Abstimmung teil.

Damit wurde die im März von den Regierungsparteien verabschiedete Novelle des Ehegesetzes gekippt. Die neue Regelung sah vor, die Ehe juristisch nicht mehr als Verbindung zwischen Mann und Frau, sondern als Verbindung zweier Personen zu definieren. Durch die Reform wären homosexuelle Paare auch bei der Adoption von Kindern indirekt fast gleichgestellt worden.

Dem hatte sich die konservative Bürgerinitiative "Es geht um die Kinder" mit einer Referendumsinitiative entgegengestellt, die von Oppositionsparteien und der katholischen Kirche unterstützt wurde. Die Gegner der Homo-Ehe argumentierten, die Gesetzesnovelle stelle die traditionelle Vorstellung von Ehe und Familie auf den Kopf und gefährde das Kindeswohl.

Die Kirche in Slowenien wertete das Ergebnis des Referendums als Erfolg: "Die Menschen sind für familiäre Werte und Kinderrechte eingetreten", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Andrej Glavan.

Volker Beck, religionspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, sprach gestern indes von einer "Etappenniederlage". "Eine Mehrheit darf Grund- und Menschenrechte einer Minderheit im demokratischen Verfassungsstaat nicht außer Kraft setzen", sagte der Politiker. Demokratie sei eben nicht die "Tyrannei der Mehrheit".

(kna)
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