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Interview mit slowenischer Botschafterin Kos Marko
"Slowenien geht humanitär mit Flüchtlingen um"

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft
Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller
Düsseldorf. Marta Kos Marko, Jahrgang 1965 und gelernte Journalistin, ist seit September 2013 Botschafterin Sloweniens in Deutschland. Über die Lage der Flüchtlinge in Slowenien sprach mit ihr Eva Quadbeck.

Frau Kos Marko, die Grenze zu Ungarn ist dicht. Erwarten Sie größere Flüchtlingsströme nun in Slowenien?

Kos Marko Ja, davon müssen wir ausgehen. Wie viele es werden, ist schwer zu sagen. Es könnten aber 1000 bis 2000 pro Tag werden.

Wie wird Slowenien reagieren?

Kos Marko Unsere Reaktion geht in zwei Richtungen. Wir werden nach den Regeln der Abkommen von Schengen und Dublin handeln. Gleichzeitig bleiben wir humanitär. Daraus ergibt sich ein Zwiespalt.

Erwarten Sie, dass die Flüchtlinge in Slowenien Asyl beantragen, oder wollen die nur weiter nach Österreich und Deutschland?

Kos Marko Wenn die Flüchtlinge bei uns Asyl beantragen, nehmen wir sie auf und schützen sie. Dafür haben wir Kapazitäten; bis zu 10.000 Flüchtlinge könnten wir aufnehmen. Danach müssen wir in Europa um Hilfe bitten. Auch wir haben Solidarität erfahren, als wir 1991 im Krieg waren. Damals waren Österreich und Italien sofort bereit, uns zu helfen. Daher spüren wir eine moralische Pflicht, den Flüchtlingen zu helfen. Es gibt aber auch Flüchtlinge, die zu uns kommen und Slowenien nicht kennen. Sie wissen nicht, dass wir ein EU-Land sind und zur Währungsgemeinschaft des Euro gehören.

Quelle: RP
 
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