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Top-Verdiener
So viel nehmen Bundestagsabgeordnete nebenbei ein

Ranking: Die Top-Nebenverdiener im Bundestag seit 2013
Ranking: Die Top-Nebenverdiener im Bundestag seit 2013 FOTO: dpa, Armin Weigel
Düsseldorf. Mehr als 18 Millionen Euro haben die Bundestagsabgeordneten seit der Wahl 2013 an Nebeneinkünften eingenommen. Das hat abgeordnetenwatch.de aus den Angaben der Politiker errechnet. Die tatsächliche Summe könnte deutlich höher liegen.

Jeder vierte Abgeordnete des Bundestages kassiert zusätzliche Einkünfte von mehr als 1000 Euro aus Nebentätigkeiten, wie abgeordnetenwatch.de errechnet hat. Bei vielen der 630 Parlamentarier übersteigen die Nebeneinkünfte die Abgeordnetendiät von 112.000 Euro pro Jahr deutlich. Die Parlamentarier müssen ihre Einnahmen bei der Bundestagsverwaltung melden. Außerdem werden die Politiker in zehn Einnahme-Stufen eingeteilt: von 1000 bis 3500 Euro (Stufe 1) bis zu 150.000 bis 250.000 Euro (Stufe 9) und mehr als 250.000 Euro (Stufe 10).

Unter den zehn Top-Verdienern mit einem Nebeneinkommen von mehr als 300.000 Euro sind neun Unions-Politiker. Spitzenreiter ist Philipp Graf Lerchenfeld (CSU). Der Landwirt hat mindestens 1.729.500 und bis zu 2.421.000 Euro eingenommen. Peer Steinbrück (SPD) hat als Autor und für Vorträge zwischen 590.500 und 1.030.500 Euro verdient. Damit liegt er auf Platz sieben. 2015 lag er noch auf Platz zwölf. Die Diskussion im Wahlkampf 2013 um Steinbrücks Vortragshonorare hatte dazu geführt, dass die Regeln zur Veröffentlichung der Nebeneinkünfte geändert wurden.

Wie viel die Abgeordneten tatsächlich verdienen, wird allerdings auch jetzt nicht deutlich. Denn bei den Spitzenverdienern müssen alle Beträge von mehr als einer Viertelmillionen Euro nicht zwangsläufig gemeldet werden. Außerdem müssen alle Abgeordneten ihre Einkünfte nicht auf Euro und Cent genau angeben. Abgeordnetenwatch.de kritisiert auch, dass oft nicht aufgeklärt würde, von wem die Politiker das Geld bekommen.

Das sind die Top-Nebenverdiener im Bundestag 2015 FOTO: dpa, Armin Weigel

Die "Bild"-Zeitung hatte außerdem berichtet, dass mehrere Bundesminister ihre Nebeneinkünfte nicht angegeben hätten.Dabei handelt es sich um die früheren Generalsekretäre Hermann Gröhe (CDU), Alexander Dobrindt (CSU) und Andrea Nahles (SPD). Erst nach einer Anfrage der Zeitung hätten die drei Politiker, die inzwischen Bundesminister sind, ihre Einkünfte aus der Parteitätigkeit nachgemeldet.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hätte zwar seine Einkünfte als SPD-Chef gemeldet, jedoch die Angabe der Verdienststufe versäumt. Auch dies lieferte er inzwischen nach. Zudem gab Gabriel für die Zeit ab März 2014 nun Nebeneinkünfte der Stufe eins (bis zu 3500 Euro monatlich) an. Als Begründung für die zunächst unterlassenen Meldungen verwiesen die Minister laut "Bild" auf Versäumnisse ihrer jeweiligen Büros.

Während fast jeder zweite CSU-Abgeordnete Nebeneinkünfte verzeichnet, sind es bei der Linken nur 14 Prozent und bei den Grünen 17 Prozent. Von den CDU-Abgeordneten haben 29 Prozent zusätzliche Einkünfte, bei der SPD 21 Prozent. 

Das sind die Top-Verdiener unter den Bundestagsabgeordneten

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