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Nazis wollen gegen Wehrmachtsausstellung protestieren: "Soldaten der Wehrmacht waren Helden, keine Verbrecher"

zuletzt aktualisiert: 18.01.2002 - 14:56

Bielefeld (rpo). Mit dem Slogan "Soldaten der Wehrmacht waren Helden, keine Verbrecher" wollen Nazis in Bielefeld gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" protestieren. Mehr als tausend Rechtsextreme haben sich angemeldet.

In der ostwestfälischen Stadt seien zwei Demonstrationen rechtsextremer Gruppen angemeldet worden. Unter dem Titel "Unsere Väter waren keine Verräter" hat der NPD- Landesverband zu einem Protestmarsch am 2. Februar aufgerufen", sagte der Bielefelder Polizeipräsident Erwin Südfeld am Freitag. Die so genannte Wehrmachtsausstellung wird vom 29. Januar an in Bielefeld gezeigt.

Der Hamburger Neo-Nazi Christian Worch habe für den 2. März eine weitere Demonstration unter dem Titel "Die Soldaten der Wehrmacht waren Helden, keine Verbrecher" angemeldet. "Wir sehen trotz gründlicher Prüfung leider keine juristische Möglichkeit, die Demonstrationen verbieten zu lassen", erklärte Südfeld.

Gewaltbereiten Gegendemonstranten

Um einen friedlichen Verlauf der Proteste zu gewährleisten, werde die Polizei sehr strenge Auflagen machen. "Wir werden mit allen Mitteln versuchen, die rechtsextremen Demonstranten räumlich von eventuell gewaltbereiten Gegendemonstranten zu trennen", betonte Südfeld. Insgesamt rechnet die Polizei bei jeder Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern aus beiden Lagern. Nach Angaben des Polizeipräsidenten werden etwa 2000 Polizisten im Einsatz sein.

Zum Protest gegen den Aufmarsch rechtsextremer Gruppen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aufgerufen. "Wir blockieren am 2. Februar mit drei Demonstrationszügen die Bielefelder Innenstadt, um den Neonazis keine Gelegenheit zum Aufmarsch zu geben", sagte DGB-Regionsvorsitzender Roland Engels. Außerdem kündigte der DGB Mahnwachen an, die an fünf Samstagen während der Ausstellungsdauer stattfinden sollen. Die Wehrmachtsausstellung ist vom 29. Januar bis 17. März in Bielefeld zu sehen.

Quelle: RPO Archiv

 
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