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Düsseldorf
Sozialverbände: Jeder Fünfte im Ruhrgebiet ist arm

Düsseldorf. In NRW hat die Armut in den letzten zehn Jahren so stark zugenommen wie in keinem anderen Bundesland. Seit 2006 stieg die Armutsquote um mehr als ein Viertel (26 Prozent) auf 17,5 Prozent, wie aus dem gestern veröffentlichten Armutsbericht 2016 des Paritätischen und weiterer Sozialverbände hervorgeht. Im gesamten Bundesgebiet wuchs die Quote lediglich um zehn Prozent. Am dramatischsten ist die Entwicklung im Ruhrgebiet mit seinen über fünf Millionen Einwohnern: Inzwischen gilt mehr als jeder fünfte Bürger im Revier als arm.

"Das Ruhrgebiet bleibt mit Blick auf seine Bevölkerungsdichte und die langfristigen Trends auch 2014 mehr denn je die armutspolitische Problemregion Nummer 1 in Deutschland", heißt es in dem Bericht. In der Region Duisburg/Essen liegt die Armutsquote inzwischen sogar um ein Drittel höher als 2006. Negativ verlief die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen nicht nur längerfristig, sondern auch im Vergleich der Jahre 2013 und 2014. So stieg die Armutsquote in NRW gegen den Bundestrend von 17,1 auf 17,5 Prozent. Im Durchschnitt aller Bundesländer betrug die Armutsquote 2014 rund 15,4 Prozent, ein leichter Rückgang um 0,1 Prozentpunkte.

Besonders armutsgefährdet sind dem Bericht zufolge Alleinerziehende, Erwerbslose und Rentner. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. In Deutschland liegt die Schwelle für Alleinstehende bei 917 Euro im Monat, für Alleinerziehende mit einem Kind unter sechs Jahren bei 1192 Euro und für ein Paar mit einem kleinen Kind bei 1651 Euro. Die Schwelle variiert nach dem Alter der Kinder und beträgt für Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren rund 1926 Euro.

(epd)
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