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Berlin
SPD gegen Teenager-Soldaten

Berlin. Bundeswehr soll auf Anwerben von 17-Jährigen verzichten. Von Gregor Mayntz

Nach dem Willen der SPD sollen künftig keine Minderjährigen mehr von der Bundeswehr rekrutiert werden. "Wir müssen dazu kommen, dass Jugendliche mindestens 18 Jahre alt sind, wenn sie ihren Dienst bei der Truppe antreten", sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Hans-Peter Bartels (SPD), unserer Zeitung. Seine Partei trete dafür ein, dass die UN-Kinderrechtskonvention auch in Deutschland in vollem Umfang umgesetzt werde, und dazu gehöre auch der Verzicht auf die Rekrutierung Minderjähriger. "Alle Soldaten sollten vom ersten Tag an die gleichen Rechte und Pflichten haben, und das geht nur, wenn sie volljährig sind", sagte Bartels.

V erteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will an der Einberufungspraxis festhalten. "Wie in allen anderen Ausbildungsberufen auch können junge Menschen ab 17 bei uns anfangen", sagte sie beim Besuch des Karriere-Centers der Bundeswehr. Ihr Ministerium hatte zuvor bestätigt, dass in den vergangenen drei Jahren mehr als 3000 Minderjährige rekrutiert worden waren. Vor ihrem 18. Geburtstag würden sie nur an der Waffe ausgebildet, aber nicht damit eingesetzt. Außerdem dürften sie nicht in Auslandseinsätze. Die jüngste Debatte war durch einen Bericht unserer Zeitung über eine Anfrage der Linken zu minderjährigen Soldaten ausgelöst worden.

(may-)
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