CSU gewinnt Stichwahlen in Würzburg und Passau: SPD gewinnt in Nürnberg und Augsburg
zuletzt aktualisiert: 17.03.2002 - 20:18München (rpo). Die SPD hat die Stichwahlen zum Amt des Oberbürgermeisters in Nürnberg und Augsburg gewonnen. Damit sind im CSU-regierten Bayern jetzt die drei größten Städte in sozialdemokratischer Hand. Die CSU siegte in Würzburg und Passau.
Nach dem glänzenden Sieg des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude (SPD) vor zwei Wochen konnten die Sozialdemokraten bei den Kommunal-Stichwahlen am Sonntag auch die OB-Posten in Nürnberg und Augsburg erobern. Die CSU kippte die Amtsinhaber in Passau und Würzburg. Landesweit hatte die CSU die Kommunalwahlen vor zwei Wochen mit 45,5 Prozent klar gewonnen.
In Nürnberg konnte die SPD ihre Schlappe von 1996 wettmachen und das bis dahin seit einem halben Jahrhundert rot regierte Rathaus zurückerobern. Der bisherige Stadtkämmerer Ulrich Maly setzte sich mit 55,9 Prozent gegen CSU-Amtsinhaber Ludwig Scholz durch. Der Überraschungssieger von 1996 kam diesmal lediglich auf 44,1 Prozent.
Maly zeigte sich "überwältigt" von dem Sieg. "Ich bin nicht am Ende meiner Wünsche, sondern am Anfang meiner Arbeit." Der bayerische Innenminister und Nürnberger CSU-Bezirkschef Günther Beckstein sprach von einem "bitteren Abend" für sein Partei. Er bot der SPD eine Zusammenarbeit "zum Wohle der Stadt" an. Im Stadtrat stellt die CSU die stärkste Fraktion vor der SPD.
In Augsburg konnte sich der bisherige Füssener Bürgermeister Paul Wengert (49) nach dem vorläufigen Endergebnis mit 55,6 Prozent klar gegen die CSU-Kandidatin Margarete Rohrhirsch-Schmid durchsetzen, die auf 44,4 Prozent kam. CSU-OB Peter Menacher war nicht mehr angetreten. Auch Wengert muss gegen eine stärkere CSU im Stadtrat regieren.
In Passau eroberte die CSU nach zwölf Jahren völlig überraschend den Oberbürgermeistersessel zurück. CSU-Herausforderer Albert Zankl konnte mit 53,3 Prozent den amtierenden SPD-OB Willi Schmöller (46,7 Prozent) deutlich abhängen. 1996 hatte Schmöller noch 66,1 Prozent im ersten Anlauf erhalten.
In Würzburg setzte sich nach einer vorläufigen Auszählung die CSU- Kandidatin Pia Beckmann mit gut 52 Prozent gegen Amtsinhaber Jürgen Weber von der Würzburger Liste durch, der rund 48 Prozent erzielte.
CSU-Generalsekretär Thomas Goppel zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei. Trotz der "schmerzlichen" Ergebnisse in Nürnberg und Augsburg habe die CSU ihre Führungsrolle in den Kommunen bestätigt. "Das ist ein absolut positives Signal für die nächste Runde, in die wir morgen starten", sagte er mit Blick auf den Bundestagswahlkampf mit CSU-Chef Edmund Stoiber als Herausforderer von Kanzler Gerhard Schröder (SPD).
Die SPD hatte beim landesweiten Kommunalwahl-Ergebnis vor zwei Wochen mit 25,2 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 50 Jahren eingefahren, punktete aber bei den OB-Wahlen vor allem in München und Fürth.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

