| 08.27 Uhr

Berlin
SPD und Grüne setzen die Linke unter Druck

Berlin. Die Option einer rot-rot-grünen Regierung nach den Wahlen wird immer unwahrscheinlicher. Nach SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat nun auch Grünen-Wahlkampfleiter Michael Kellner die Linke zu einer Distanzierung von deren Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht aufgerufen.

"Die Linke im Bund sollte sich in Richtung des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow bewegen und klare Kante gegen die antieuropäischen und flüchtlingsfeindlichen Töne der Sahra Wagenknecht zeigen", sagte Kellner unserer Redaktion. Die Linke sei zerrissen und übertünche ihren Streit durch ständige Attacken auf SPD und Grüne. Zuvor hatte Heil unterschieden zwischen einem großen Teil der Linken, die überzeugte Demokraten seien und mit denen man reden könne, und Wagenknecht. Was diese von sich gebe, sei "teilweise radikales Zeug und inakzeptabel", gelegentlich vertrete sie sogar Positionen am rechten Rand.

Linken-Geschäftsführer Matthias Höhn wertete die Heil-Kritik als Verstoß gegen das zwischen SPD und Linken vereinbarte Fairness-Abkommen für den Wahlkampf. Es sei grotesk, dass Heil der Linken-Spitzenkandidatin rechte Positionen unterstelle. Die SPD habe jeder Asylrechtsverschärfung und dem Flüchtlingsdeal mit Erdogan zugestimmt. Sie sei "mit dafür verantwortlich, dass im Mittelmeer fast täglich Menschen ums Leben kommen".

(mar/may-)
 
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