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Möglicherweise Quellen des BND auf dem Balkan gefährdet: Spionagefall um BND-Beamten weitet sich aus

zuletzt aktualisiert: 25.10.2003 - 10:45

Frankfurt/Main (rpo). Immer neue Entdeckungen im Spionagefall um einen Beamten des Bundesnachrichtendienstes, der für den bulgarischen Geheimdienst tätig gewesen sein soll.

Nach unbestätigten Medienberichten soll der 64-Jährige nicht nur einer bulgarischen Agentin vertrauliche Unterlagen übergeben haben, sondern auch auf einem Auslandseinsatz aktiv geworden sein. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" war der Mann am 1. Oktober 2001 zu einer geheimdienstlichen Aktion in Sofia eingetroffen. Sein Einsatz habe offenbar im Zusammenhang mit den Vorbereitungen des geplanten Militärschlages gegen Afghanistan gestanden. Außerdem soll er damit beauftragt gewesen sein, über Quellen Informationen im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA zusammenzutragen.

Wie das Blatt weiter meldete, hatte der unter Spionageverdacht geratene Beamte bis kurz vor seiner Festnahme Anfang Oktober die für den Balkan zuständige Beschaffungsabteilung des Bundesnachrichtendienstes (BND) geleitet. Auf diesem Posten hatte der Mann einen umfassenden Überblick über die BND-Quellen in diesen Ländern. Der 64-Jährige, der seit dem 10. Oktober in Untersuchungshaft sitzt, soll seit 1999 geheime Informationen aus dem BND an den bulgarischen Nachrichtendienst weitergeleitet haben.

Nach Angaben des Blattes wurde zudem befürchtet, dass der Verdächtige nicht nur geheimdienstliche Erkenntnisse an bulgarische Agenten weitergegeben haben könnte, sondern auch Informationen über Mitarbeiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes. Dies könne angesichts der Verquickung bulgarischer Geheimdienstler mit Mafia-Autoritäten Informanten des BND gefährden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" gehören zu dem Verratsmaterial auch geheime Dossiers aus der Nahost-Abteilung des BND.

Weder von dem mit den Ermittlungen betrauten bayerischen Landeskriminalamt noch von der zuständigen Bundesanwaltschaft war am Wochenende zunächst eine Stellungnahme zu erhalten.


 
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