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Berlin
Spitzenpolitiker werben für Erhalt des Diesels

Berlin. In der Debatte um die Luftbelastung durch Verbrennungsmotoren haben sich am Wochenende zahlreiche Politiker hinter den Diesel gestellt: Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte vor einem vorschnellen Ausstieg aus dieser Technologie: "Man sollte den Diesel nicht unterbewerten oder verteufeln, das ist ein guter Motor." Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, der Diesel werde als Brückentechnologie gebraucht, um die Vorgaben beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids in den kommenden Jahrzehnten zu erfüllen. Fahrverbote müssten auf jeden Fall verhindert werden.

Die FDP stellt die Grenzwerte für Luftqualität in deutschen Städten infrage. "Mit Medizinern und Ingenieuren sollte geklärt werden, ob die Grenzwerte nicht auch langsamer erreicht werden können als sofort", sagte FDP-Chef Christian Lindner unserer Redaktion. Wer im Büro arbeite, dürfe dauerhaft sehr viel mehr Stickoxid einatmen, als auf der Straße für einen kurzen Moment erlaubt sei. "Das zeigt, dass solche Grenzwerte keine Religion und keine Wahrheit sind, sondern politische Entscheidungen."

Der Streit über die Zukunft von Verbrennungsmotoren könnte im Herbst zu einem Knackpunkt bei Koalitionsverhandlungen werden. Während die CSU einen Ausstieg als nicht verhandelbar bezeichnete, bekräftigten die Grünen, nur eine Koalition einzugehen, die das Ende dieser Technik einleite.

Quelle: RP
 
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