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Keine heiße Spur: Sprengstoffanschlag auf jüdischen Friedhof in Berlin

zuletzt aktualisiert: 17.03.2002 - 17:47

Berlin (rpo). Nach Angaben der Berliner Polizei gibt es von den Schuldigen der Anschläge auf den jüdischen Friedhof in Berlin bisher keine Spur.

Zum zweitenmal innerhalb von vier Jahren haben damit Unbekannte auf den jüdischen Friedhof einen Sprengstoffanschlag verübt. Der polizeiliche Staatsschutz habe wie in allen Fällen mit vermutetem extremistischem Hintergrund die Ermittlungen übernommen. Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, äußerte Bestürzung über die erneute Schändung eines jüdischen Friedhofs.

Wenige Stunden vor dem Anschlag am Samstag abend hatte die Polizei im Stadtteil Marzahn auf dem Gelände des sowjetischen Soldatenfriedhofs mehrere umgestürzte und mit Hakenkreuzen sowie anderen NS-Symbolen beschmierte Grabsteine entdeckt. Die Ermittlungen dauerten den Angaben zufolge an.

Beim jüdischen Friedhof hatten nach Polizeiangaben der oder die Täter einen Sprengsatz über die Umzäunung im Eingangsbereich geworfen. Augenzeugen berichteten, Kränze und Fensterscheiben sowie eine Gehwegplatte seien zerstört worden. Der Friedhof war bereits im Dezember 1998 Ziel eines Sprengstoffanschlags. Ein in eine Gasflasche eingebauter Sprengsatz zerstörte damals die Grabplatte für den früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Heinz Galinski. Täter wurden bisher nicht ermittelt. Sicherheitsexperten ordnen den Anschlag der rechtsextremistischen Szene zu.

Friedman sagte, er sei "bestürzt, empört und wütend über den feigen Akt der Gewalt". Der Anschlag müsse so schnell wie möglich aufgeklärt und konsequent bestraft werden, damit Täter und Trittbretttäter gewarnt seien. Der CDU-Politiker hob hervor, dass der Bruch der Friedhofsruhe eines der schlimmsten Vergehen gegen das Judentum darstelle. "Um so abscheulicher und barbarischer ist dieser kriminelle Akt," fügte er hinzu.

Quelle: RPO Archiv

 
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