Selbstmordattentäter tötet fünf Menschen: Sri Lanka: Offenbar Anschlag auf Regierungschef
zuletzt aktualisiert: 29.10.2001 - 13:42Colombo (rpo). In Sri Lanka ist Ministerpräsident Ratnasiri Wickramanayake offenbar knapp einem Anschlag entgangen. Ein Selbstmordattentäter hat sich in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt und dabei vier Menschen mit in den Tod gerissen. Der Regierungschef hielt nicht weit vom Tatort entfernt eine Wahlkampfrede.
Vierzehn weitere Personen, darunter drei Polizisten, wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Die Polizei vermutet tamilische Rebellen hinter dem Anschlag.
Der Mann sei auf einem Motorrad unterwegs gewesen und an einer Kontrollstelle gestoppt worden. Er habe ein übergroßes T-Shirt getragen und keinen Grund nennen können, warum er sich in der Gegend aufhalte, berichtete die Polizei. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Ministerpräsident Ziel des Anschlags war", sagte ein Polizeisprecher. Der Regierungschef hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion etwa einen Kilometer entfernt vom Tatort auf. Wickramanayake gilt als Hardliner im Umgang mit den Rebellen. Am 5. Dezember wird in Sri Lanka ein neues Parlament gewählt.
Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam kämpfen seit 1983 für einen eigenen tamilischen Staat im Nordosten der Insel Ceylon, da sie sich von der Mehrheit der Singhalesen unterdrückt fühlen. Die Tamilen stellen etwa 3,2 Millionen der insgesamt 18,6 Millionen Einwohner Sri Lankas. In dem seit 18 Jahren andauernden Krieg sind schon mehr als 64.000 Menschen getötet worden.
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