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Berlin
Steinmeier und Kretschmann Favoriten für Schloss Bellevue

Berlin. Die Spitzen der Koalition wollen morgen einen voraussichtlich letzten Versuch unternehmen, zusammen einen Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck zu finden. Ein für Freitag verabredetes Treffen sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel kurzfristig wegen Grippe ab. Zuvor hatte er versucht, SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier als gemeinsamen Vorschlag der Koalition durchzudrücken. Möglich wäre jedoch auch ein schwarz-grüner Kandidat.

Das Problem von CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer liegt einerseits im Anspruch der Unions-Mandatsträger auf eine "eigene" Person, dass sie alleine 42 Prozent der Stimmen in der Bundesversammlung stellen, andererseits in der Absage aller über die Lager ausstrahlenden Kandidaten. Sowohl Bundestagspräsident Norbert Lammert als auch Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise bekräftigten ihr Nein.

Aufhorchen lässt indes, dass sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) selbst ins Spiel brachte: Wenn er gerufen werde, womit er nicht rechne, dann müsse er sich das "reiflich überlegen", sagte er. Grünen-Chefin Simone Peter unterstützte ihn, indem sie betonte, sie könne sich einen grünen Bundespräsidenten "gut vorstellen". Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte Kretschmann "geeignet". Auch Merkel soll Kontakt zu Kretschmann aufgenommen haben.

Schwarz-Grün hätte in der Bundesversammlung die Mehrheit, zumal die Linke Steinmeier nicht wählen will - und somit eine rot-rot-grüne Mehrheit für ihn ausscheidet. Es gibt bei CSU wie Grünen aber Vorbehalte, ein eindeutiges schwarz-grünes Signal schon vor den Bundestagswahlen zu senden.

(may-)
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