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Geschosse durchschlagen auch Panzer: Stichwort: Uranmunition

zuletzt aktualisiert: 04.01.2001 - 13:17

Hamburg (dpa). Im Kosovokrieg 1999 haben A-10-Kampfflugzeuge der USA etwa 31 000 Granaten mit abgereichertem Uran abgefeuert. Vorteil aus der Sicht der Militärs: Die harten Geschosse können mühelos auch dicksten Panzerstahl durchschlagen. Kritiker vertreten seit langem die Auffassung, Reste der Uran-238-Ummantelung seien Zeitbomben, die die Gesundheit vieler Menschen bedrohten. Jüngste Meldungen aus Jugoslawien deuten in diese Richtung.

Abgereichertes Uran ("depleted uranium", DU) ist ein Abfallprodukt aus der Urananreicherung von Brennelementen für Kraftwerke. Es ist bedeutend weniger radioaktiv als Natururan. DU-Waffen zertrümmern wegen ihrer hohen Dichte (bis zu drei Mal schwerer als Stahl) nicht nur gepanzerte Fahrzeuge, sie sind auch verhältnismäßig billig. Die Munition gibt es in Kalibern verschiedener Größe, wobei die großen von Panzern oder Flugzeugen, die kleinsten aus Gewehren abgefeuert werden.

Die Wirkung von abgereichertem Uran auf den menschlichen Organismus wird unterschiedlich bewertet. So verweisen etwa Militärs darauf, dass die Alpha-Strahlung von Uran 238 nur auf kurze Distanz wirke und gar nicht von außen durch die Haut eindringen könne. Kritiker warnen, dass die Urangeschosse beim Aufprall Feinstaub freisetzen, der über die Atemwege in den Körper gelangen könne und Krebs erregend sei. Zudem würden die Böden durch das Schwermetall vergiftet. Wie groß die Gefahren für den Menschen sind, sollen Untersuchungen der Gesundheitsorganisation der UN klären.

Erstmals wurde uranhaltige Munition 1991 im Golfkrieg gegen den Irak eingesetzt, vor allem in der Gegend um Basra. Damals feuerten Amerikaner und Briten weitaus mehr Geschosse als im Kosovo-Krieg 1999 von Panzern und Flugzeugen ab. Nach einer kanadischen Untersuchung dürften bis zu 35 000 Iraker an den Folgen sterben.

Mit der Entwicklung von Uranmunition haben die USA bereits in den siebziger Jahren begonnen. Auch die anderen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges und eine Reihe weiterer Staaten verfügen darüber. Initiativen zu einem Verbot von DU-Waffen waren bislang erfolglos.

Quelle: RPO Archiv

 
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