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Israel: Barak lehnt neuen Kompromissvorschlag ab: Streit um Jerusalems dauert an

zuletzt aktualisiert: 18.09.2000 - 16:28

Jerusalem (AP). Der israelisch-palästinensische Streit um die Souveränität über die arabische Altstadt Jerusalems und ihre Heiligen Stätten bleibt das Haupthindernis für eine Einigung im Friedensprozess. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak lehnte am Montag auch den Kompromiss ab, die islamischen Heiligen Stätten statt der palästinensischen der Souveränität eines internationalen islamischen Gremiums wie dem Jerusalem-Komitee der Islamischen Konferenz (OIC) zu übertragen. Diese Möglichkeit hatte der palästinensische Präsident Jassir Arafat vorgeschlagen.

Arafat und Barak beschuldigten sich am Montag gegenseitig der Unnachgiebigkeit. Arafat traf in Bethlehem mit führenden Vertretern der christlichen Kirchen im Heiligen Land zusammen. Dabei erklärte er zur ablehnenden Haltung Baraks, es sei nicht an ihm zu entscheiden, wem die Souveränität über die Heiligtümer in Jerusalem zufalle. Dies sei eine islamische, christliche und arabische Entscheidung.

Trotz der verhärteten Fronten sollen die in der vergangenen Woche begonnenen Verhandlungen auf unterer Ebene weitergehen. Barak sagte jedoch, es gebe keine Fortschritte. In Verhandlungskreisen gilt es als unwahrscheinlich, dass es zu einer größeren Bewegung kommen werde, bevor die USA ihre angekündigten Kompromissvorschläge auf den Tisch legen. Palästinensische Vertreter sagten, es sei ungewiss, wann die USA ihre Vorschläge den Verhandlungsparteien übermittelten. Soweit er wisse, wollten die Amerikaner ihre Vorschläge erst mündlich vorlegen, sagte Abdel Rachim Maluh, ein Mitglied des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Erst nachdem klar sei, wie diese von beiden Seiten aufgenommen würden, wolle man sie schriftlich fixieren.

In dem Dokument sollen auch die Punkte festgehalten werden, bei denen man sich beim gescheiterten Gipfel von Camp David im Juli bereits geeinigt habe. Beide Seiten haben sich gegenseitig vorgeworfen, von diesen damals bereits vereinbarten Punkten wieder abzurücken.

Barak sagte am Montag im israelischen Kabinett, er sei sowohl gegen eine palästinensische Souveränität über den Tempelberg mit seinen Heiligen Stätten als auch dagegen, diese irgendeinem islamischen Gremium zu überlassen. Der ägyptische Außenminister Amr Mussa hat erklärt, dass während der Verhandlungen fast zwei Dutzend verschiedene Souveränitäts-Modelle für Jerusalem vorgeschlagen worden seien. Alle seien von einer der beiden Seiten abgelehnt worden. Arafats Berater Nabil Aburdeneh bezeichnete die Gespräche als quasi eingefroren. Man habe sich beim Millenniums-Gipfel in New York mit US-Präsident Bill Clinton darauf geeinigt, den Friedensprozess innerhalb von vier oder fünf Wochen zu retten zu versuchen. Die Israelis hätten von dieser Zeit bereits eine Woche verschwendet, ohne ernsthaft verhandelt zu haben.

Papst fordert internationalen Schutz für Heilige Stätten

Papst Johannes Paul II. hat unterdessen seine Forderung nach einem internationalen Schutz der Heiligen Stätten in Jerusalem bekräftigt. Bei der Einführung des neuen israelischen Botschafters beim Vatikan, Josef Neville Lamdan, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche, die Heiligen Stätten seien nicht nur Erinnerungen an die Vergangenheit, sondern Nervenzentren der jüdischen, christlichen und islamischen Gemeinschaften. Das Fehlen eines endgültigen Friedens im Nahen Osten sei eine ständige Quelle der Traurigkeit.

Quelle: RPO Archiv

 
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