Friseuse von Edinburgh in die Niederlande geflogen: Streit um teuren Haarschnitt für Lockerbie-Attentäter
zuletzt aktualisiert: 05.07.2001 - 13:50London (rpo). Ein teurer Haarschnitt im angeblichen Interesse der nationalen Sicherheit hat in Schottland für politischen Wirbel gesorgt: Grund: Eine Gefängnisfriseuse wurde von Edinburgh in die Niederlande geflogen, um dem verurteilten Lockerbie-Attentäter Abdel Bassit Ali el Mekrahi die Haare zu schneiden.
Der schottische Justizminister Jim Wallace (Liberaldemokraten) will wissen, ob dieser Haarschnitt nicht ein wenig zu teuer geraten sein könnte. Der 49-Jährige libysche Geheimagent sitzt im Spezialgefängnis auf dem Militärstützpunkt Camp Zeist ein, das unter schottischer Hoheit und Verwaltung steht.
Nach Berichten vom Donnerstag gaben die schottischen Gefängnisbehörden für ihre Entscheidung Sicherheitsgründe an. "Wir wollten unsere nationale Sicherheit nicht dadurch gefährden, dass wir einen Außenseiter zum Haareschneiden ins Gefängnis lassen", sagte ein Sprecher. Wallace will jedoch eine Erklärung darüber haben, ob die Ausgaben für den Charterflug am letzten Montag tatsächlich in einem "vernünftigen Verhältnis zu dem Anlass standen."
Die Friseuse - eine Angestellte der Justizbehörden - hatte Mekrahi schon zwei Mal während des Prozesses in den Niederlanden die Haare geschnitten. Der Häftling habe auch diesmal um ihre Dienste gebeten. Mekrahi war am 31. Januar vor dem schottischen Sondergericht in Camp Zeist für schuldig befunden worden, für den Bombenanschlag auf eine PanAm-Maschine vom Dezember 1988 verantwortlich gewesen zu sein. Bei dem Absturz über Lockerbie in Schottland waren 270 Menschen getötet worden. Mekrahi hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.
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