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Moskau/Kiew
Stromausfall nach Anschlag auf der Krim

Moskau/Kiew. Ukraine: Vier Hochspannungsleitungen wurden gesprengt. 1,6 Millionen Menschen ohne Elektrizität.

Die russische Regierung in Moskau hat den Notstand für die von ihr annektierte Krim ausgerufen, wo nach der Sprengung mehrerer Strommasten 1,6 Millionen Menschen ohne Elektrizität sind. Aus Moskau kam scharfe Kritik an der Sabotage. "Das ist ein Terrorakt", meinte der Abgeordnete Franz Klinzewitsch von der Kremlpartei Geeintes Russland und deutete an, ukrainische Nationalisten seien dafür verantwortlich. Die Behörden auf der Halbinsel setzten einen Krisenstab ein. Die Lage sei stabil, sagte Michail Scheremet von der moskautreuen Führung der Krim.

Mit eigenen Kraftwerken sowie mit Gasturbinen und Dieselgeneratoren sei die Versorgung zumindest in größeren Städten teilweise wieder hergestellt worden, sagte Scheremet der Agentur Tass zufolge.

Die Krim bezieht auch nach der Annexion im vergangenen Jahr einen Großteil ihres Stroms aus der Ukraine. Trotz des Einsatzes von gasbetriebenen Generatoren hätten etwa 1,6 Millionen der rund zwei Millionen Menschen auf der Krim keinen Strom, erklärte das russische Energieministerium.

Der ukrainische Energieminister Wolodimir Demtschischin sagte, vier Hochspannungsleitungen seien beschädigt worden. Auch zwei Distrikte in der ukrainischen Region Cherson seien deshalb ohne Elektrizität. Der Präsident der annektierten Halbinsel, Sergej Aksjonow, setzte wegen der Notlage für heute einen arbeitsfreien Tag an. Nach Angaben des Energieministeriums in der ukrainischen Hauptstadt Kiew kann einer der beschädigten Strommasten binnen 24 Stunden repariert werden. Voraussetzung sei aber, dass die Arbeiter ungehinderten Zugang erhalten würden. Der staatliche Energieversorger Ukrenergo erklärte, er hoffe, sämtliche Hochspannungsleitungen binnen vier Tagen instandsetzen zu können. Bereits am Freitag hatten unbekannte Angreifer die Stromleitungen zur Halbinsel im Schwarzen Meer stark beschädigt. Eine Gruppe namens "Zivile Blockade der Krim" hinderte die Mitarbeiter des Energieversorgers später daran, den Schaden umgehend zu beheben. Die Organisation, in der die Krim-Tataren, ein Turkvolk, eine wichtige Rolle spielen, erklärte jedoch, sie sei weder für den Angriff am Freitag noch am Wochenende verantwortlich. Im September hatten Tataren Straßensperren an den Strecken von der Ukraine auf die Krim errichtet, um auf das Schicksal der Krim-Tataren hinzuweisen.

Quelle: RP
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