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Noch höhere Werte bei Arabern und US-Amerikanern: Studie: Abneigung gegenüber Juden in Deutschland gewachsen

zuletzt aktualisiert: 14.06.2002 - 15:13

Frankfurt/Main (rpo). Eine neue Studie belegt: Die Abneigung der Deutschen gegenüber Juden hat in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen. Sie liegt aber weit unter der Antipathie gegenüber Arabern und US-Amerikanern.

Bei der am Freitag in Frankfurt am Main vorgestellten Erhebung äußerten 36 Prozent der über 2.000 Befragten Verständnis dafür, dass manchen Leuten Juden unangenehm sind. 1999 waren es noch 20 Prozent. Die Erhebung ergab zudem, dass FDP-Anhänger vergleichweise wenig anti-jüdisch eingestellt sind.

Bei der Frage nach den anti-amerikanischen Einstellungen sagten 38 Prozent, sie könnten verstehen, dass manchen Leuten US-Amerikaner unangenehm seien. Vor allem Anhänger der Grünen und rechtsextremer Parteien, aber auch der PDS und der SPD, unterstützten die Aussage. Insgesamt 49 Prozent fanden anti-arabische Einstellungen verständlich. Dabei taten sich neben den Anhängern rechtsextremer Parteien und der beiden großen Volksparteien auch die Anhänger der FDP hervor, die zu 52,2 Prozent Verständnis dafür äußerten, dass manchen Leuten Araber unangenehm sind.

Anders das Bild bei der Frage nach den anti-jüdischen Einstellungen: Hier lagen die Anhänger der FDP mit 29,9 Prozent Zustimmung weit hinter denen der SPD (34,2 Prozent) und der Union (40,1 Prozent). Zugleich zeigte sich, dass die anti-jüdischen Einstellungen in Westdeutschland in den vergangenen drei Jahren stärker angestiegen sind als im Osten. Die Studie belegt auch, dass mit steigendem Bildungsgrad die anti-jüdische Einstellung abnimmt.

Der Studie zufolge hat die Sympathie für die Losung "Deutschland den Deutschen" in den vergangenen acht Jahren zugenommen: 1994 fanden noch 28 Prozent die Losung ansprechend, bei der Befragung im April dieses Jahres waren es 38 Prozent. Vor allem bei den Altersgruppen ab 45 Jahren hat die Zustimmung zugenommen. Wiederum lagen die Anhänger der FDP mit 29 Prozent Zustimmung unter denen der Union (47 Prozent) und der SPD (38 Prozent).

Die Ausländer im eigenen Land machen den Deutschen der Studie zufolge weniger Sorgen als vor drei Jahren. 57 Prozent der Ostdeutschen sagten 1999, sie hätten Angst vor ihnen, nun sind es 43 Prozent. Im Westen sank der Wert von 44 Prozent auf 34 Prozent. Die Anhänger der FDP lagen auch hier mit 31,3 Prozent weit hinter denen der Union (48,2 Prozent) und denen der SPD (36,5 Prozent).

Hervor taten sich die FDP-Anhänger bei der Frage, ob militärische Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus notwendig seien: 72,1 Prozent von ihnen sagten "Ja", mehr Zustimmung fanden die Militäreinsätze nur noch bei Anhängern der Rechtsextremen. Bei den Grünen lag die Zustimmung bei 38,3 Prozent.

Mit 54 Prozent stieß vor allem im Osten die Frage nach dem Einsatz deutscher Soldaten im Ausland auf Ablehnung, im Westen waren es 26 Prozent. Einhellige Ablehnung erfuhr die Einschränkung von Bürgerrechten als Mittel im Kampf gegen den Terrorismus: 58 Prozent im Osten und 53 Prozent im Westen sprachen sich dagegen aus.

Für die Erhebung im Auftrag des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts und der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität-Leipzig wurden im April 1.001 Ostdeutsche und 1.050 Westdeutsche befragt.

Quelle: RPO Archiv

 
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