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Düsseldorf
Studie: Bürgerversicherung bedroht 87.000 Arbeitsplätze

Düsseldorf. Eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung (PKV) und Überführung in eine Bürgerversicherung droht 87.000 Arbeitsplätze zu vernichten. Denn bundesweit hat die PKV insgesamt 116.000 Arbeitsplätze geschaffen, davon 21.000 direkt in der PKV, die übrigen bei Zulieferern und in anderen Branchen. Das geht aus einer Studie des Forschungsinstitutes Wifor hervor, die im Auftrag des PKV-Verbands erstellt wurde und unserer Redaktion vorliegt. Zuvor hatte die Böckler-Stiftung ermittelt, dass drei Viertel dieser Jobs durch eine Bürgerversicherung vernichtet würden. Betroffen wären vor allem die großen Versicherungsstandorte Bayern und NRW, hier vor allem Köln, Dortmund und Wuppertal.

Grüne, Linkspartei und SPD machen die Abschaffung der privaten Krankenversicherung zum Wahlkampfthema 2017. Alle Bürger (auch Beamte, Selbstständige und Pensionäre) sollen demnach Pflichtmitglied in der Bürgerversicherung werden. Auch der Gewerkschaftsbund will das - und bekommt Gegenwind aus den eigenen Reihen. "Wir Betriebsräte bedauern sehr, dass die DGB-Gewerkschaften die Bürgerversicherung fordern. Diese vernichtet Zehntausende Jobs. Eine solche Gesundheitspolitik ist alles andere als solidarisch", sagte Peter Abend, Sprecher der Betriebsrats-Initiative "Bürgerversicherung? Nein danke!". Sie macht nun gegen die Pläne mobil.

(anh)
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