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Wegen EU-Verordnung
Styropor-Dämmplatten gelten künftig als Giftmüll

Berlin. Bauherren und Handwerksbetriebe kämpfen derzeit bundesweit mit Engpässen bei der Entsorgung von Dämmplatten aus Styropor. Nach Informationen unserer Redaktion nimmt nur noch eine Handvoll Müllverbrennungsanlagen in ganz Deutschland das Material an, Fachverbände fürchten pro Tag Millionenschäden wegen brachliegender Baustellen.

Grund für die Aufregung ist die deutsche Umsetzung einer EU-Verordnung, die ab morgen gilt. Demnach müssen Materialien, die die giftige Chemikalie HBCD enthalten, künftig gesondert entsorgt werden. Das Flammschutzmittel kam jahrzehntelang in Dämmplatten aus geschäumtem Kunststoff zum Einsatz, wurde bisher bei der Entsorgung aber mit gemischten Bauabfällen verbrannt. Nach Ansicht des Bundesumweltministeriums wäre das sowohl ökologisch als auch technisch weiterhin problemlos.

Die Länder hatten im Bundesrat jedoch im Zuge der Abfallverzeichnisverordnung beschlossen, dass ab Monatsende HBCD-haltige Produkte getrennt entsorgt werden müssen. Nun schießen die Entsorgungskosten bei den wenigen dafür lizenzierten Müllverbrennungsanlagen bereits in die Höhe: Derzeit verlangen Anlagenbetreiber dem Vernehmen nach das Fünfzehnfache der sonst üblichen Preise. Das Bundesumweltministerium hat die Länder daher nun aufgefordert, die Verordnung zurückzunehmen.

(jd)
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