Ordnungshüter hetzten Hunde auf schwarze Einwanderer: Südafrika: Terror-Polizisten vor Gericht
zuletzt aktualisiert: 09.11.2000 - 16:57Pretoria (dpa). Sechs weiße südafrikanische Polizisten, die ihre Hunde auf drei schwarze illegale Einwanderer gehetzt hatten, wurden am Donnerstag in Pretoria einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Ein weiterer Anhörungstermin wurde auf den 17. November festgesetzt, damit die Polizei mehr Zeit für Ermittlungen hat.
Das staatliche Fernsehen hatte am Dienstag Bilder gezeigt, wie die Polizisten 1998 bei einer "Übung" ihre Hunde auf drei illegale schwarze Einwanderer hetzten, um sie scharf zu machen. Außerdem wurden die drei schreienden Männer geschlagen und getreten. In dem Film war zu sehen, wie die Hunde ihre Opfer immer wieder bissen. Die Polizisten beschimpften die drei Schwarzen als "Bastarde" und "Kaffer". Die Polizisten im Alter zwischen 27 und 31 Jahren wurden noch vor Ausstrahlung der Bilder festgenommen. Sie müssen sich voraussichtlich wegen versuchten Mordes und Körperverletzung verantworten.
Die Entrüstungswelle über die Brutalität der Beamten ebbte unterdessen auch am Donnerstag nicht ab. Zahlreiche Bürger riefen bei den Rundfunksendern an, um ihre Abscheu auszudrücken. Die Regierung verurteilten das Verhalten der Beamten als "rassistisch und krankhaft". Einer der Polizisten ließ durch seinen Anwalt am Donnerstag eine Erklärung verlesen. Darin äußerte er die Befürchtung, dass er und seine Mitangeklagten wegen des öffentlichen Aufsehens um den Fall keinen fairen Prozess haben würden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

