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Staatspräsident seit 1971: Syriens Präsident Assad gestorben

zuletzt aktualisiert: 10.06.2000 - 19:58

Damaskus/Tel Aviv (dpa). Der syrische Staatspräsident Hafis el Assad ist am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 69 Jahren gestorben. Sein Tod wurde am Nachmittag im Parlament in Damaskus offiziell bekannt gegeben. Bundeskanzler Schröder sprach dem syrischen Volk seine Anteilnahme aus. Syrien verliere einen Staatsmann, der weit über die Grenzen seines Landes hinaus Respekt und Anerkennung fand.

Das Parlament beschloß kurzfristig einen Änderung der Verfassung und setzte das Mindestalter für das Präsidentenamt herab. So kann der Sohn des Verstorbenen, Baschar el Assad, die Nachfolge seines Vaters antreten.

Hafis el Assad regierte Syrien seit einem unblutigen Putsch im Jahr 1970 mit nahezu absoluten Vollmachten. Er war Zeit Lebens der härteste Gegenspieler Israels. Assad wurde am 6. Oktober 1930 in einem Bergdorf nahe der Hafenstadt Latakia geboren und gehörte der religiösen Minderheit der Alawiten an.

Seit Januar dieses Jahres verhandelte er nach Jahren der Blockade wieder mit Israel über einen Nahost-Frieden. Ein Treffen mit US- Präsident Bill Clinton zum Friedensprozess im April in Genf wurde jedoch ein Fehlschlag. Seitdem gab es keine offiziellen neuen Verhandlungen mehr mit Israel über die besetzten Golanhöhen. Damaskus signalisierte aber in den letzten Tagen erneut Verhandlungsbereitschaft.

In einer ersten Reaktion äußerte die israelische Regierung ihr Interesse an einer Fortsetzung der Verhandlungen mit Syrien und zeigte Verständnis für die Trauer des syrischen Volkes. In Libanon, dessen Schutzmacht Syrien ist, wurden die Fahnen auf halbmast gesetzt. Rundfunk und Fernsehen unterbrachen ihre Programme.

Clinton trauert

US-Präsident Bill Clinton hat am Samstag Trauer über den Tod des syrischen Präsidenten Hafis el Assad geäußert. "Wir hatten unsere Differenzen, aber ich habe ihn immer respektiert", erklärte Clinton. Assad habe stets versichert, dass sein Land dem Frieden verpflichtet sei. Die USA wollten mit Syrien weiter am Ziel eines umfassenden Friedens arbeiten, sagte Clinton.

Arafat ruft dreitägige Trauer aus

Der palästinensische Präsident Jassir Arafat hat dem syrischen Volk sein Beileid ausgesprochen. In einem Telegramm an die Regierung in Damaskus schrieb Arafat am Samstag: "Das palästinensische Volk steht hinter seinen Brüdern, dem syrischen Volk, um diesen schwierigen Augenblick zu bewältigen." Arafat rief eine dreitägige Trauer in den palästinensischen Autonomiegebieten aus.

Quelle: RPO Archiv

 
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