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China beruft Politbüro ein: Taiwan: Bereitschaft für Streitkräfte

zuletzt aktualisiert: 16.03.2000 - 15:12

Peking/Taipeh (dpa). Die Spannungen zwischen China und Taiwan haben sich weiter verschärft. Taiwan versetzte seine Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft. Der Schritt erfolgte, nachdem in Peking überraschend das Politbüro zusammengerufen worden war. Chinas Führung sei bestürzt über den plötzlichen Aufschwung des oppositionellen Kandidaten Chen Shui-bian, der starke Wurzeln in der taiwanesischen Unabhängigkeitsbewegung hat. Das berichtete am Donnerstag die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post".

Nach der scharfen Warnung von Ministerpräsident Zhu Rongji am Vortag, nicht für Chen Shui-bian zu stimmen, fiel der Aktienmarkt in Taipeh am Donnerstag erneut deutlich. Er hatte auch mit Blutvergießen gedroht, falls Taiwan unabhängig werden wolle. Nach dem Rekordsturz der Börsenkurse am Montag um durchschnittlich 6,5 Prozent - in Erwartung eines möglichen Wahlsieg Chen Shui-bians - ging es am Donnerstag weiter abwärts.

Wie die "South China Morning Post" berichtete, wurden unterdessen in Peking alle abkömmlichen Politbüromitglieder mit den führenden zivilen und militärischen Taiwan-Experten zu einem Treffen spätestens am Freitag gerufen. Die Gruppe unter Führung von Staats- und Parteichef Jiang Zemin wolle eine "angemessen harte Botschaft" für den neuen taiwanesischen Präsidenten formulieren.

Die Gruppe habe zwar bereits Reaktionen für einen Sieg der Präsidentschaftskandidaten Lien Chan oder James Soong entworfen, aber nicht für Chen Shui-bian. Regierungschef Zhu Rongji hatte Pekings Überraschung über den "dramatischen Wandel" im Wahlkampf eingeräumt. Die kommunistische Führung betrachtet Taiwan seit 1949 nur als abtrünnige Provinz und die Wahl nur als "lokales" Votum.

Quelle: RPO Archiv

 
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