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Indische Presse vergleicht Taliban mit Nazis: Taliban: Hindu-Minderheit muss gelbes Tuch tragen

zuletzt aktualisiert: 23.05.2001 - 10:28

Islamabad (rpo). In der indischen Presse wird das Vorgehen der radikal-islamischen Taliban mit dem Verhalten der Nazis verglichen: Die Taliban zwingen die Hindu-Minderheit in Afghanistan, als Kennzeichen ein gelbes Stück Stoff in ihrer Hemdtasche zu tragen. Das Außenministerium verurteilte das Kennzeichen als Diskriminierung. Für Ausländer gelte die Kennung nicht, egal ob sie Christen oder Hindus seien.

Ein Sprecher der regierenden Taliban, Abdul Annan Himat, erklärte am Mittwoch, so könnten die Hindus von den Moslems unterschieden werden und seien vor der Polizei des Ministeriums zur Förderung der Tugend und der Bekämpfung der Sünden geschützt. Himmat behauptete, dies geschehe auf Wunsch der Hindus, damit sie nicht mehr von der Religions- und Sittenpolizei wegen zu kurzer Bärte und fehlender Turbane belästigt würden. Das berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Presse-Agentur AIP.

Die USA kritisierten die Maßnahme als «die jüngste in einer Serie von himmelschreienden Unterdrückungen». Hindus machen weniger als ein Prozent der Bevölkerung Afghanistans aus.

Die Taliban hatten im März trotz weltweiter Proteste die berühmten Buddhastatuen von Bamiyan zerstört, weil sie «unislamisch» seien. Sie zwingen alle Männer in Afghanistan, lange Bärte und Turbane zu tragen. Frauen müssen sich mit einem Umhang über Gesicht und Körper verschleiern, wenn sie das Haus verlassen. Wer dagegen verstößt, wird von der Religions- und Sittenpolizei auf offener Straße verprügelt.

"The Times": Widerwärtiges Regime

Die Times zeigte Entrüstung über das Vorgehen der radikal-islamischen Taliban: "Jeder mit mehr Sinn für Geschichte als die Scheuklappen tragenden und selbstgerechten islamischen Extremisten, die in Kabul regieren, würde den furchtbaren Anklang an das Nazi-Gesetz sehen, mit dem die Juden zum Tragen des Davidsterns gezwungen wurden", heißt es in der Mittwochs-Ausgabe.

Die Verhärtung der Haltung der Taliban ist weitgehend eine Folge ihrer Isolierung. Die UN-Sanktionen schmerzen, aber Stolz und Verfolgungswahn haben jeden Versuch, den saudischen Terroristen Osama bin Laden auszuliefern, zunichte gemacht oder Friedensverhandlungen verhindert. Die Politik der Taliban ist es, die UN zu boykottieren, den ideologischen Krieg zu verschärfen und die Bevölkerung auf eine neue Frühjahrsoffensive gegen die nördliche Allianz vorzubereiten, die nach wie vor einen Stützpunkt im Nordwesten des Landes hat. Die Eindämmung ist die einzig mögliche Politik im Umgang mit diesem widerwärtigen Regime. Aber ebenso wie in Nazi-Deutschland bietet das den Minderheiten innerhalb der Grenzen wenig Schutz."

Quelle: RPO Archiv

 
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