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Verluste im Zentrum: Taliban rücken im Norden Afghanistans vor

zuletzt aktualisiert: 05.06.2001 - 17:43

Islamabad (rpo). Die radikalislamischen Taliban sind bei den jüngsten Gefechten im Norden des Landes vorgerückt und haben im Zentrum einen Distrikt an ihre Gegner verloren.

Die Taliban nahmen am Dienstag nach eigenen Angaben Tschal in der nördlichen Provinz Tachar ein. Die Miliz des Talibangegners Ahmed Schah Massud habe sich zuvor zurückgezogen, berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. In der Provinz Bamiyan im Zentrum gelang es der proiranischen Schiitenmiliz Hisbe Wahdat, den Jakawlangdistrikt zu erobern.

Die Taliban beherrschen 90 Prozent Afghanistans, Massud und die mit ihm verbündeten Schiiten halten Stellungen nördlich der Hauptstadt Kabul, in den Nordprovinzen und in Bamiyan. Die Taliban bekommen Hilfe aus Saudi-Arabien und Pakistan, Massud wird aus Iran unterstützt. Wegen des seit 22 Jahren andauernden Krieges und einer Dürre leiden Millionen Menschen in Afghanistan Hunger.

Taliban wollen Ausländer zur Befolgung von Islam-Regeln verpflichten

Das Taliban-Regime will Ausländer in Afghanistan zur Einhaltung der islamischen Moralvorschriften verpflichten. Fremde hätten den Konsum von Schweinefleisch und Alkohol in der Öffentlichkeit zu unterlassen, ebenso das Tragen nicht dezenter Kleidung und außerehelichen Sex, sagte der für Fragen der Tugend zuständige Minister Mulla Mohammad Wali nach in Pakistan eingegangenen Berichten aus der afghanischen Hauptstadt Kabul.

Unter dem Regime der radikal-islamischen Taliban ist in Afghanistan bereits Fernsehen und Musik verboten. Kürzlich hatte der Beschluss, die etwa 1000 Hindus in Afghanistan zum Tagen ein gelbes Kennzeichens zu zwingen, im Ausland Empörung ausgelöst.

Nach Ansicht von Beobachtern sind die Taliban jetzt offenbar entschlossen, auf der strikten Einhaltung einer Zusage der Vereinten Nation zu bestehen, wonach die von ihr nach Afghanistan entsandten Entwicklungshelfer die religiösen Gesetze beachten werden. Bisher seien Verstöße - wie das Autofahren von Ausländerinnen - ignoriert worden. Die UN hatten den Taliban wegen Schikanen gegen ihre Mitarbeiter ein Ende der Hilfe für Afghanistan angedroht.

Quelle: RPO Archiv

 
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