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Oppositionschef möglicherweise doch tot: Taliban weisen Beteiligung an Anschlag auf Massud zurück

zuletzt aktualisiert: 11.09.2001 - 08:16

Kabul (rpo). Die afghanischen Taliban wollen mit dem Anschlag auf Oppositionsführer Ahmed Schah Massud nichts zu tun haben. Zwar sei Massud ein Feind, so ein Vertreter des Außenministeriums, doch die Taliban seien in den Anschlag nicht verwickelt.

"Wir verurteilen alle terroristischen Aktivitäten", sagte Abdul Rehman Otak. Widersprüchlich waren die Angaben über den Gesundheitszustand des Militärchefs der Opposition.

Dessen Bruder Ahmed Wali teilte am Montagabend in London mit, der 48-Jährige sei noch nicht wieder bei Bewusstsein. Zuvor hatte der Sprecher Massuds in Paris, Mehrabodin Masstan, erklärt, der Oppositionsführer sei bei Bewusstsein und in stabilem Zustand. Die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS hatte sogar den Tod Massuds gemeldet.

Wali, Botschafter der afghanischen Opposition in Großbritannien, erklärte, sein Bruder habe bei dem Attentat schwere Kopfverletzungen erlitten. In einer Notoperation in Tadschikistan seien ihm Splitter aus dem Kopf herausoperiert worden. Nach dieser Operation sei er noch nicht wieder zu Bewusstsein gelangt. Sollte Massud das Attentat letztlich nicht überleben, wäre dies Beobachtern zufolge ein schwerer Schlag für die Opposition gegen die in Afghanistan regierenden Taliban.

Diese radikalislamische Miliz stand nach Überzeugung der Opposition hinter dem Anschlag auf Massud. Wie es hieß, hatten sich die Attentäter als Journalisten ausgegeben und während eines vermeintlichen Interviews eine Bombe gezündet. Bei der Explosion wurde ein Berater Massuds getötet, der Botschafter der Oppositionsgruppen in Indien, Massud Chalili, wurde verletzt. Einer der Attentäter kam bei der Detonation ums Leben, der zweite wurde von Massuds Leibwächtern erschossen.

Quelle: RPO Archiv

 
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