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Düsseldorf
Tausende deutsche Kunden in Panama

Düsseldorf. 28 Banken aus der Bundesrepublik sollen Briefkastenfirmen gegründet haben.

Mehrere Tausend Deutsche haben nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Briefkastenfirmen einer Anwaltskanzlei in Panama genutzt. "Als Vermittler traten dabei nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Banken auf", berichtet die Zeitung unter Berufung auf die "Panama-Papiere". Nach Informationen des internationalen Rechercheverbunds ICIJ verwaltet die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca dort 225.000 Briefkastenfirmen, zu deren Kunden Vertraute von Russlands Präsident Putin und andere Prominente gehören. Weltfußballer Lionel Messi, Argentiniens Staatschef Mauricio Macri und sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko - drei der in den Papieren Genannten - wiesen die Vorwürfe zurück. Auch Deutsche wie Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg haben nach den Berichten geschäftlich mit den Briefkastenfirmen zu tun.

Mindestens 28 deutsche Banken sollen in den vergangenen Jahren die Dienste der Kanzlei genutzt haben. Insgesamt hätten allein die deutschen Banken bei dem Offshore-Dienstleister mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder für ihre Kunden verwaltet, hieß es. Darunter seien die Deutsche Bank, die Dresdner Bank Lateinamerika, UBS Deutschland, die BayernLB, die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg, die HSH Nordbank, die Hypovereinsbank, die DZ-Bank und die Berenberg-Bank. Insgesamt hätten gut 500 Banken den Dokumenten zufolge mithilfe der Kanzlei mehr als 15.600 Briefkastenfirmen vermittelt. Mossack Fonseca bestritt, in illegale Geschäfte verwickelt zu sein.

Nordrhein-Westfalens Landesregierung fordert als Konsequenz auf globaler Ebene eine härtere Gangart gegen Steuerhinterziehung. Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) rechnet zudem damit, dass sich Steuerhinterzieher nun "in größeren Fallzahlen" selbst anzeigen.

Quelle: RP
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