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Sousse/Lyon/Kuwait
Terroranschlag am Badestrand - Deutsche sterben in Tunesien

Sousse/Lyon/Kuwait. Tag des Terrors: Ein Bewaffneter hat gestern in einer tunesischen Ferienanlage 38 Urlauber erschossen, darunter auch Deutsche. In Frankreich wurde ein Mann geköpft. Eine Bombe in einer Moschee in Kuwait tötete mindestens 25 Gläubige.

Der Angriff auf das Hotel "Riu Imperial Marhaba" in Sousse - 120 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Tunis - wurde offenbar von einem jungen Tunesier verübt. Den Ermittlungen zufolge versteckte der Täter sein Kalaschnikow-Sturmgewehr in einem Sonnenschirm und schoss dann am Strand wahllos um sich, bis ihn Sicherheitskräfte töteten. 38 Urlauber starben am Strand, 36 wurden verletzt. Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums sind unter den Opfern Deutsche, Briten und Belgier. Auch das Auswärtige Amt befürchtet, dass Deutsche bei dem Attentat getötet wurden.

Der Reisekonzern Tui berichtete von aktuell etwa 260 deutschen Urlaubern in Sousse. Leider müsse man davon ausgehen, dass auch Tui-Kunden unter den Opfern seien. Als Reaktion auf den Anschlag entschied sich ein Großteil der ausländischen Hotelgäste für eine schnelle Abreise. Erst im März wurden bei einem Überfall von Islamisten auf ein Museum in Tunis mehr als 20 Menschen getötet.

Knapp ein halbes Jahr nach den Mordanschlägen von Paris wurde auch Frankreich erneut von einem islamistischen Attentat erschüttert. Nach einem Überfall auf ein Werk für Industriegase in der Nähe von Lyon, bei dem es zu einer heftigen Explosion kam, wurde die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt. Mindestens zwei Menschen wurden nach Angaben der Behörden leicht verletzt. Die Polizei nahm einen 35-jährigen Mann fest, der Kontakt zur radikal-islamischen Szene haben soll. Später verhaftete sie auch die Frau des Hauptverdächtigen.

Auf dem Körper des enthaupteten Mannes wurden arabische Schriftzeichen entdeckt. Sein Kopf steckte auf einem Zaun, der die Gasfabrik umgibt. Offenbar plante der Täter, noch weitere heftige Explosionen auszulösen. Frankreichs Präsident François Hollande brach wegen des Anschlags seine Teilnahme am EU-Gipfel in Brüssel ab.

Bei dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait kamen während des traditionellen Freitagsgebets mindestens 25 Gläubige ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt. Zu der Bluttat in der Moschee im Osten der Hauptstadt Kuwait-Stadt bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Auf deren Seite kämpfen Muslime sunnitischer Glaubensrichtung. Sie werfen den Schiiten vor, sie seien vom rechten Glauben abgefallen.

Ob die Anschläge in Zusammenhang stehen, war unklar. Überall gab es jedoch Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Am Dienstag jährt sich zum ersten Mal, dass der "Islamische Staat" das Kalifat ausgerufen hat. Die Gruppe forderte dazu auf, während des laufenden Fastenmonats Ramadan Attentate auf "Feinde" des Islams zu verüben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte zu einem entschlossenen Kampf gegen den internationalen Terrorismus. "Die Meldungen machen uns allen noch einmal klar, vor welchen großen Herausforderungen wir stehen, wenn es um den Kampf gegen islamistischen Terrorismus geht." Ebenso wie die Kanzlerin sprach Bundespräsident Joachim Gauck den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Quelle: RP
 
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