Gutachten von Greenpeace: Terrorgefahr für deutsche Atomkraftwerke
zuletzt aktualisiert: 04.09.2010 - 11:16Berlin (RPO). Die deutschen Atomkraftwerke sind einem aktuellen Gutachten zufolge nicht ausreichend vor möglichen Terrorangriffen geschützt. Die "Erfolgswahrscheinlichkeiten" für Angriffe mit entführten Verkehrsflugzeugen seien beunruhigend hoch. Das geht aus einem von der Umweltorganisation Greenpeace in Auftrag gegebenen Papier hervor.
"Die Barrieren eines integrierten Sicherheits- und Schutzkonzepts" seien "sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtwirkung gering", heißt es in dem Gutachten, über das das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Nach Einschätzung der Gutachterin, der Physikerin und Atomexpertin Oda Becker, seien weder die Sicherheitschecks an den Flughäfen ausreichend noch der Schutz der Kraftwerke selbst.
Abfangjäger der Bundeswehr seien im Notfall zu spät vor Ort, zudem dürften sie laut Bundesverfassungsgericht ein angreifendes Flugzeug ohnehin nicht abschießen. Die Nebelwerfer, über die einige Reaktoren verfügen, reichten nicht aus, um den Standort wirklich wirksam zu verhüllen. Im Bundeskriminalamt befasst sich laut Bericht eine eigene Arbeitsgruppe mit der Gefahr von Terrorangriffen auf Nuklearanlagen.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

