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Brüggen/Krefeld
Tod nach alternativer Krebstherapie

Brüggen/Krefeld. Eine 43-Jährige war in Brüggen in Behandlung. Andere Patienten sollen zum Arzt. Von Sabine Janssen

Nach dem ungeklärten Tod einer 43-jährigen Niederländerin hat die Staatsanwaltschaft Krefeld die Ermittlungen aufgenommen. Die Frau aus der Provinz Nordbrabant war am Samstag in einem Mönchengladbacher Krankenhaus gestorben. Zuvor hatte sie nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft über Kopfschmerzen geklagt. Später habe sie einen verwirrten Eindruck gemacht und sei nicht ansprechbar gewesen.

Fünf Tage vor ihrem Tod soll die Brustkrebspatientin in einem ambulanten Krebszentrum im niederrheinischen Brüggen-Bracht (Kreis Viersen) unter anderem mit 3-Bromopyruvat (3BP) behandelt worden sein. 3BP gilt als Wirkstoff, der den Energiestoffwechsel in den Tumorzellen hemmen soll. Nach dem Tod der 43-Jährigen richtete die Polizei Mönchengladbach die "Ermittlungskommission Brom" ein.

"Es ist kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Tod der Patientin und der ambulanten Behandlung erwiesen", sagte Marcel Dörschug, Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Wir wollen niemanden in seiner beruflichen Existenz gefährden. Zugleich sehen wir uns gezwungen, präventiv zu arbeiten", so Dörschug. Weiteren Patienten, die in dem Brachter Zentrum in Behandlung seien, werde empfohlen, sich ärztlichen Rat einzuholen. Darüber hinaus bittet die Polizei Mönchengladbach Patienten, sich unter 02161 290 telefonisch zu melden.

An der Tür des alternativen Krebszentrums im Ortskern von Bracht hing gestern ein Schild: "Wegen unvorhergesehener Umstände bleibt die Praxis bis auf Weiteres geschlossen." Auf der Homepage des Zentrums, die auf Niederländisch verfasst ist, heißt es: "Krebs behandeln. Effektiv und hundert Prozent biologisch!" Zu den genannten Behandlungsmethoden zählen die Immun-, Bio-Resonanz-, Sauerstoff- und Cranio-Sacral-Therapie sowie Verfahren des Biochemikers Warburg, die sich mit dem Stoffwechsel der Krebszelle beschäftigen. Der Betreiber des Zentrums wollte sich gestern nicht äußern.

Quelle: RP
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