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München
Tödliche Messerattacke auf Pendler

München. Ein Toter und drei Verletzte nach Amoklauf eines psychisch Kranken in Bayern.

Der Amoklauf eines wohl psychisch kranken Mannes im bayerischen Grafing hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der Mann erstach auf dem Bahnhof in Grafing einen Mann und verletzte drei weitere Männer. Ein Opfer schwebte gestern am späten Nachmittag noch in Lebensgefahr.

"Das war eine abscheuliche, eine feige Messerattacke", sagte Innenminister Thomas de Maizière in Berlin. Der CDU-Politiker betonte auch, das Motiv der Tat sei noch nicht abschließend geklärt.

Zunächst war ein islamistischer Hintergrund vermutet worden: Nach Zeugenaussagen soll der aus dem hessischen Gießen stammende Mann während des Angriff "Allahu akbar" ("Allah ist groß") gerufen haben. Ein islamistischer Hintergrund gilt dennoch als unwahrscheinlich. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte, der Täter habe psychische Probleme gehabt und sei auch drogenabhängig. Er soll bis zuletzt in einer Klinik in Gießen in Behandlung gewesen sein. Den Staatsschutzbehörden sei der 27-Jährige bislang nicht bekannt, sagte Herrmann.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sieht keine Möglichkeit, die Bevölkerung gänzlich vor Messerattacken wie der in Grafing zu schützen. "Wir können nicht auf jeden Bahnhof rund um die Uhr Polizisten stellen", sagte Wendt unserer Redaktion. Im Fall von Grafing lobte er die Arbeit der Polizei: "Der Täter ist schnell festgenommen und verhört worden. Besser geht es nicht", sagte Wendt.

Der Täter war nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamts gegen 4.50 Uhr in die erste S-Bahn Richtung München gestiegen. Dort stach er auf einen 56-jährigen Mann ein, der an seinen Verletzungen kurze Zeit später in einem Krankenhaus starb. Anschließend attackierte er auf dem Bahnsteig und dem Bahnhofvorplatz drei weitere Männer.

(dpa/qua)
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