Der Fall Ermyas M.: Trägt der Geschädigte die Schuld am Potsdamer Drama?
zuletzt aktualisiert: 28.04.2006 - 07:09Potsdam (rpo). Der Fall des in Potsdam niedergeschlagenen Deutsch-Äthiopiers Ermyas M. ist undurchsichtiger denn je zuvor. Nach Zeugenaussagen soll das 37-jährige Opfer mit der körperlichen Auseinandersetzung angefangen haben, wie die "Berliner Morgenpost" unter Berufung auf sichere Quellen berichtet.
Das gehe aus der Vernehmungsakte hervor, in der drei Zeugen, zwei Taxifahrer und eine Frau, dies unabhängig voneinander geschildert hätten. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte dem Blatt auf Anfrage, dass Details der Ermittlungen nicht kommentiert würden.
Der Wasserbau-Ingenieur, der noch immer im künstlichen Koma liegt, war in der Nacht zu Ostersonntag an einer Straßenbahnhaltestelle angegriffen worden. In der Folge wurden zwei Männer festgenommen. Von offizieller Seite heißt es, dass der 37-Jährige durch einen einzelnen Faustschlag niedergestreckt worden sei und durch den folgenden Sturz lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten habe.
Die Zeugen wollen indes beobachtet haben, dass eben dieser Faustschlag eine Reaktion auf einen zuvor erfolgten Tritt des Deutsch-Äthiopiers ins Gesäß eines der Männer gewesen sei, schreibt die Zeitung. Der Anwalt eines der mutmaßlichen Täter sagte, dass er diese Information nach seinem Kenntnisstand der Akten nicht dementieren könne.
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