Nordirland: Knapper Sieg in Kampfabstimmung: Trimble in der eigenen Partei unter Druck
zuletzt aktualisiert: 26.03.2000 - 11:19Belfast (AP). Der nordirische Friedensnobelpreisträger David Trimble gerät in seiner eigenen Partei massiv unter Druck. Sechs Wochen nach dem Scheitern der von ihm geführten konfessionsübergreifenden Regierung gewann er am Samstag nur knapp eine Kampfabstimmung um den Vorsitz der Ulster Unionist Party (UUP). Trimble erhielt 457 Stimmen. Auf 348 Stimmen kam sein kurzfristig angemeldeter Rivale Martin Smyth, der Trimble zu weit gehende Zugeständnisse an die Partei Sinn Fein vorgeworfen hatte, die der Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) nahe steht.
In der Abstimmung über die künftige Nordirland-Politik musste Trimble eine Niederlage hinnehmen. Seine gemäßigte Vorlage, mit der er die Tür für die Wiederaufnahme des Friedensprozesses offen halten wollte, wurde mit 384 gegen 338 Stimmen zurückgewiesen. Stattdessen wurde eine schärfere Entschließung angenommen, die unter anderem fordert, dass die bisherige Bezeichnung für die britische Nordirland-Polizei beibehalten werden soll. Damit stellen sich die Ulster Unionists gegen das Friedensabkommen vom Karfreitag 1998, das Reformen und einen neuen Namen für die Royal Ulster Constabulary (RUC) vorsieht.
Unter Trimbles Führung habe die Partei immer mehr Boden zu Gunsten der Sinn Fein und der IRA verloren, kritisierte der Parteiveteran und presbyterianische Geistliche Smyth. Diese versuchten, "unsere Gesellschaft mit Terrordrohungen zu dominieren". Nach der Weigerung der IRA, ihre Waffen abzugeben, hat Großbritannien die nordirische Regionalregierung unter dem Ersten Minister Trimble am 10. Februar aufgelöst und wieder unter ihre direkte Verwaltung genommen.
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