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Berlin
Polizei schützt Tröglitzer Landrat

"Mit Tröglitz ist ein Wendepunkt erreicht"
"Mit Tröglitz ist ein Wendepunkt erreicht" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO
Berlin. Nach dem Brandanschlag gibt es Morddrohungen gegen den CDU-Politiker.

Nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz hat die Polizei den Schutz des zuständigen CDU-Landrats Götz Ulrich erhöht. Ulrich hatte nach eigenen Angaben Morddrohungen erhalten, nachdem er sich weiter für die Unterbringung von Asylbewerbern in der kleinen Gemeinde Sachsen-Anhalts ausgesprochen hatte. Zuvor war bereits der ehrenamtliche Ortsbürgermeister Markus Nierth (parteilos) wegen heftiger rechtsextremer Anfeindungen Anfang März zurückgetreten. Auch er wurde daraufhin unter Polizeischutz gestellt.

In der Nacht zu Samstag war das Haus in Brand gesteckt worden, in das ab Mai 40 Flüchtlinge hätten einziehen sollen. Der Dachstuhl brannte aus. Ermittler gehen von einer rechtsextremen Tat aus. Noch am Samstag demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Tröglitz gegen Fremdenhass.

CDU-Landrat Ulrich zeigte sich geschockt von der Brutalität der Drohungen gegen ihn. Er schilderte die Inhalte in mehreren Interviews. "Das nimmt unangenehme Formen an. Das geht sogar so weit, dass die Methoden der Französischen Revolution angedroht werden", sagte er dem Fernsehsender n-tv. Laut "Bild"-Zeitung soll von Enthauptung die Rede gewesen sein. Dem MDR sagte Ulrich, in E-Mails sei gedroht worden, "dass das nicht der letzte Schritt ist". Er und andere Verantwortliche machten sich Sorgen um ihre Familien, sagte Ulrich. Unterdessen teilte das Innenministerium Sachsen-Anhalts mit, im gesamten Land würden Asylbewerberunterkünfte nun besonders gesichert.

(jd)