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Vier russische Polizisten verletzt: Tschetschenen überfallen Russen mit Autobombe

zuletzt aktualisiert: 07.06.2000 - 21:01

Moskau (dpa). Tschetschenische Rebellen haben am Mittwochabend einen Autobomben-Anschlag auf russische OMON-Sonderpolizisten in dem Ort Alchan-Kala bei Grosny verübt. Ein mit Sprengstoff beladener Personenwagen wurde vor eine Schule gefahren, in der die OMON-Einheit stationiert war, teilte das russische Kaukasus-Kommando mit.

Nach der Explosion der Bombe wurden die Sonderpolizisten von benachbarten Häusern aus unter Feuer genommen, meldete die Agentur Interfax.

Der Autobomben-Anschlag soll von zwei Selbstmordattentätern verübt worden sein. Das sagte der für Tschetschenien zuständige Kremlsprecher Sergej Jastrschembski am Mittwochabend in Moskau. Beide Attentäter seien durch die Explosion getötet worden.

Die russische Seite setzte Hubschrauber ein, um die Attacke schließlich abzuwehren. Vier OMON-Polizisten seien verletzt worden, hieß es. Gleichzeitig dementierte das Militär tschetschenische Berichte, dass bei dem Überfall zahlreiche Soldaten getötet worden seien. Alchan-Kala liegt etwa fünf Kilometer westlich von Grosny.

In der Hauptstadt Tschetscheniens entdeckten russische Soldaten ein Waffenversteck der Rebellen mit 45 Kilogramm Sprengstoff, einer tragbaren Flugabwehrrakete, einem schweren doppelläufigen Maschinengewehr sowie Minen und Zündern.

Nach Einschätzung der russischen Sicherheitsbehörden unterwandern tschetschenische Rebellen auch die neu aufgestellte Polizei und Lokalverwaltung in der abtrünnigen Kaukasus-Republik. In der Polizei «hat eine Säuberung begonnen, weil sich viele Rebellen in ihre Reihen eingeschlichen haben», sagte der russische Vize-Innenminister Igor Subow in Moskau der Agentur Itar-Tass. Die neu aufgestellte örtliche Polizei in Tschetschenien zählt bislang 1 200 Mann und soll auf 5 000 aufgestockt werden.

Auch das russische Kaukasus-Kommando warnte nach Angaben von Interfax: «Zur Vorbereitung von Terroranschlägen setzen die Extremisten ihre Versuche fort, einen legalen Status zu erlangen und in die neuen Strukturen und Lokalverwaltungen einzudringen.» In der vergangenen Woche hatten Rebellen in einem Hinterhalt am Stadtrand von Grosny zwei führende Beamte der Moskau-treuen Verwaltung ermordet. Offenbar war die Fahrtroute ihres Autos verraten worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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