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Istanbul
Türkei-Tourismus bricht ein

Istanbul. Das Attentat von Istanbul trifft die türkische Fremdenverkehrswirtschaft hart. Von Gerd Höhler

Rund 7000 Hotels gibt es in der Bosporus-Metropole Istanbul. Die Stadt auf zwei Kontinenten hat in den vergangenen Jahren als Reiseziel einen beispiellosen Boom erlebt, bei bildungshungrigen Urlaubern ebenso wie bei jungen Besuchern als Party-Metropole. Aber seit ein Selbstmordattentäter am Dienstagmorgen zwischen der Blauen Moschee und der Hagia Sophia zehn deutsche Touristen in den Tod riss, bleiben immer mehr Hotelbetten leer. "Viele Gäste sind vorzeitig abgereist, und statt neuer Buchungen bekommen wir im Moment fast nur Stornierungen", berichtet der Manager eines Drei-Sterne-Touristenhotels im Altstadtviertel Sultanahmet, wo sich der Anschlag ereignete. Ähnlich sieht es in anderen Stadtteilen aus: "Die Absagen der Gruppenreisen kommen fast im Minutentakt", berichtete ein Hotelier verzweifelt im Fernsehen.

Das Attentat trifft die türkische Reisebranche in einer ohnehin schweren Zeit. Bereits im vergangenen Jahr schwächelte der Türkei-Tourismus. Viele Russen, nach den Deutschen noch 2014 die zweitgrößte Nation, blieben wegen des schwachen Rubels und der Wirtschaftskrise zu Hause. Seit Moskau wegen des Abschusses eines russischen Bombers durch die türkische Luftwaffe im Dezember einen Reiseboykott verhängte, kommen noch weniger Russen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Touristen in der Türkei ins Fadenkreuz von Terroristen geraten. Der bisher folgenschwerste Anschlag geschah am 10. Oktober dieses Jahres. Ein dem IS zugerechneter Selbstmordattentäter riss vor dem Bahnhof von Ankara über 100 Teilnehmer einer Friedenskundgebung mit sich in den Tod.

Tunesien leidet im Tourismus bis heute massiv unter dem Anschlag auf ein Touristenhotel, bei dem im Juni 2015 fast 40 Menschen starben. Auch Ägypten verzeichnet wegen des Terrors schwere Einbußen. Zwar hat sich der türkische Tourismus nach früheren Terroranschlägen immer wieder relativ schnell erholt. Nie zuvor allerdings richtete sich ein Terroranschlag in der Türkei gezielt gegen eine Touristengruppe wie jetzt auf dem Sultan-Ahmet-Platz. Dass die meisten der Todesopfer Deutsche waren, wiegt für die Reisebranche besonders schwer, denn mit 5,5 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr ist Deutschland der wichtigste Markt für die türkische Tourismusbranche.

Quelle: RP
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