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Istanbul
Türkei verlangt Visa von einreisenden Syrern

Istanbul. An den Stränden der türkischen Ägäis geht das Sterben auch im neuen Jahr weiter. Polizei und Armee fanden an zwei Küstenabschnitten in der Nähe griechischer Inseln die angeschwemmten Leichen von 21 Menschen, die offenbar bei der Überfahrt am frühen Morgen ertrunken waren. Unter den Opfern waren auch Kinder.

Die neue Tragödie zeigt, dass auch die verstärkten Kontrollen der türkischen Sicherheitskräfte entlang der Westküste den Flüchtlingsstrom nicht aufhalten können. Als Transitland der Flüchtlinge hat die Türkei der EU versprochen, mehr zur Eindämmung der Massenwanderung zu tun. Im Gegenzug kann Ankara drei Milliarden Euro, Fortschritte bei den EU-Beitrittsverhandlungen und Reiseerleichterungen für Türken erwarten. Nun greift die Regierung zu einem neuen Mittel. Da in jüngster Zeit immer mehr Syrer - häufig mit falschen Pässen - per Flugzeug oder Schiff in die Türkei kommen, verschärft Ankara die Einreisebedingungen. Ab Freitag sollen sich alle syrischen Besucher, die auf dem Luft- oder Seeweg in die Türkei kommen, vorher ein Visum besorgen. Es gehe vor allem darum, den Zuzug von Menschen mit falschen Papieren zu unterbinden, sagte ein Regierungsvertreter.

Gefälschte syrische Pässe sind bereits seit einiger Zeit ein Verkaufsschlager auf den Schwarzmärkten der Türkei, weil syrische Papiere eine Anerkennung als Asylbewerber in europäischen Staaten sichern können. Auch Nicht-Syrer bemühen sich deshalb um die Ausweise.

(sei)
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