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Athen
Türkische Offiziere werden nicht ausgeliefert

Athen. Acht türkische Soldaten, die nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 in Griechenland Asyl suchten, werden nicht an die Türkei ausgeliefert. Das entschied gestern der Areopag, der oberste griechische Gerichtshof. Das Urteil könnte zu politischen Spannungen zwischen Athen und Ankara führen.

Die acht Soldaten - zwei Majore, vier Hauptmänner und zwei Unteroffiziere - waren während des Putschversuchs in einem Hubschrauber aus der Türkei ins nordgriechische Alexandroupolis geflohen und hatten Asyl beantragt. Die Türkei beschuldigt sie als Putschisten und verlangte ihre Auslieferung. Mit der Entscheidung des Areopag ist die nun endgültig vom Tisch. Die acht Soldaten, die bisher in einer Polizeistation im Athener Stadtteil Acharnes in Gewahrsam saßen, kommen jetzt frei und durchlaufen das normale Asylverfahren.

Die acht Männer sagten vor Gericht aus, sie hätten nichts mit den Putschplänen zu tun. Sie seien Piloten von Rettungshubschraubern. In der Putschnacht hätten sie eigentlich dienstfrei gehabt, seien dann aber alarmiert worden, um Verletzte in Krankenhäuser zu fliegen. Als sich auf ihrem Stützpunkt Kämpfe zwischen Soldaten und der Polizei entwickelten, hätten sie die Flucht ergriffen, um ihr Leben zu retten.

(höh)
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