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Ankara
Türkische Regierung stellt 21.000 Lehrer kalt

Ankara. Nach dem gescheiterten Putsch ist ein hochrangiger Militärberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan festgenommen worden. Es handle sich um den Luftwaffen-Berater Erkan Kivrak, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Auch Ex-Luftwaffenkommandeur Akin Öztürk sei verhaftet. Er wird als Drahtzieher des Putschs verdächtigt.

Die Behörden haben in den vergangenen Tagen Tausende Verdächtige festgenommen, die am Staatsstreich beteiligt gewesen sein sollen. Gestern entließ allein das türkische Bildungsministerium 15.200 Bedienstete wegen angeblicher Verbindungen zum Putschversuch. Gegen alle seien Ermittlungen eingeleitet worden, berichtete Anadolu; betroffen seien Bedienstete im Bildungswesen sowohl in städtischen als auch in ländlichen Regionen. Der Sender NTV berichtete, außerdem sei 21.000 Lehrern an privaten Bildungseinrichtungen die Lehrerlaubnis entzogen worden. 24 Radio- und Fernsehstationen wurde die Sendelizenz entzogen.

Die türkische Regierung vermutet den in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen, Erdogans Erzfeind, hinter dem Umsturzversuch. Um Gülens Auslieferung zu erreichen, hat die Türkei nach Angaben von Justizminister Bekir Bozdag vier Dossiers über Gülen an die Vereinigten Staaten geschickt. Regierungschef Binali Yildirim erklärte, seine Regierung werde den USA mehr Beweise zu Gülen liefern, "als ihnen lieb ist".

Quelle: RP
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