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Terroranschlag des IS
Mindestens drei Deutsche unter den Opfern in Tunesien

Anschlag auf Touristenhotel in Tunesien
Anschlag auf Touristenhotel in Tunesien FOTO: afp, ADL/SH
Tunis. Bei dem Terroranschlag im tunesischen Badeort Sousse sollen mindestens drei Deutsche getötet worden sein. Das haben nach Informationen unserer Redaktion tunesische Behörden gegenüber dem Auswärtigen Amt bestätigt. Ursprünglich war von mindestens vier Toten aus Deutschland die Rede gewesen.

Die tunesischen Behörden sprechen in offiziellen Angaben von mindestens einem deutschen Opfer. Eine Frau aus Deutschland soll zu dem verletzt worden sein. Bislang seien zehn Leichen identifiziertz worden.

Mindestens 38 Menschen sind insgesamt bei dem Terroranschlag am Freitag getötet worden - größtenteils Urlauber. Auch der Attentäter wurde getötet. In der Nacht zum Samstag bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Anschlag, die Regierung in Tunis kündigte einen entschlossenen Kampf gegen den Terrorismus an.

Der britische Premierminister David Cameron hat unterdessen die Öffentlichkeit auf weitere schlimme Nachrichten aus Tunesien vorbereitet. "Viele von denen, die starben, waren Briten", sagte er am Samstag im BBC-Fernsehen. Das Außenministerium in London hatte zunächst fünf britische Todesopfer bei dem Anschlag auf einen Hotelkomplex an der tunesischen Mittelmeerküste nahe der Stadt Sousse bestätigt, es werden aber weitere befürchtet.

Der Angriff auf das Hotel "Imperial Marhaba" in Sousse - 120 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Tunis - geht nach Angaben von Essid auf das Konto eines tunesischen Studenten. Er wurde von Sicherheitskräften getötet. Nach Angaben von Augenzeugen begann der Überfall am belebten Strand. Dort lagen auch nach Stunden noch Leichen von Urlaubern, von Handtüchern bedeckt.

In einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung übernahmen Unterstützer der IS-Terrormiliz die Verantwortung für den Anschlag. Ein "Soldat des Kalifats" habe den "abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens" angegriffen, hieß es. Der tunesische Regierungschef Essid wollte sich dazu nicht äußern.

Der nationale Sicherheitsrat Tunesiens beschloss bei einer nächtlichen Sitzung eine Reihe von Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus. Unter anderem sollten innerhalb einer Woche bis zu 80 Moscheen geschlossen werden, in denen weiterhin "Gift zum Terrorismus" verbreitet werde. Daneben sollten verdächtige Parteien oder Vereine überprüft und eventuell aufgelöst werden. "Wir mögen den einen Kampf gewinnen und den anderen Kampf verlieren, aber unser Ziel ist es, den Krieg zu gewinnen", sagte Essid. Der Kampf gegen den Terrorismus sei nun eine nationale Aufgabe.

Neben dem Anschlag in Tunesien war es am Freitag auch in Kuwait und Frankreich zu mutmaßlich islamistischen Anschlägen mit vielen Toten gekommen. Arabische Medien sprachen am Samstag von einem "schwarzen Freitag des Terrorismus". Unter anderem schrieb die libanesische Zeitung "An Nahar", dass "die Welt von drei Anschlägen geschockt" sei.

Ob die drei Anschläge in Zusammenhang stehen, war zunächst unklar. Am Montag nächster Woche jährt sich zum ersten Mal, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Kalifat ausgerufen hat.

Der australische Premier Tony Abbott äußerte sich entrüstet über die Anschlägen, die zeigten dass "der Todeskult" der Islamisten allmählich "nach uns greift". "Wir mögen uns nicht im Krieg mit ihnen fühlen, aber sie sind sicherlich der Ansicht, dass sie sich im Krieg mit uns befinden", sagte er am Samstag. Für Terror würden lediglich "ein Messer, eine Fahne, eine Telefon mit Kamera und ein Opfer" benötigt. "Das ist die düstere Realität, vor der die Welt steht."

(dpa)
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