| 08.44 Uhr

Düsseldorf
U3-Kitaplätze in NRW bleiben rar

Düsseldorf. Das Land investiert zusätzlich 100 Millionen Euro in die Betreuung. Von Kirsten Bialdiga

Für fast zwei Drittel der Kinder unter drei Jahren steht in NRW weiterhin kein Betreuungsplatz zur Verfügung. Wie NRW-Familienministerin Christina Kampmann (SPD) gestern sagte, wird die Versorgungsquote im Kindergartenjahr 2016/17 landesweit bei 37,1 Prozent liegen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote bei Kindern im Alter bis drei Jahren damit nur leicht um 0,2 Prozentpunkte.

Das geringe Plus hat dem Familienministerium zufolge vor allem demografische Gründe. Denn wegen der gestiegenen Geburtenrate und der Zuwanderung habe sich neben der Zahl der Betreuungsplätze auch die Gesamtzahl der Kinder unter drei Jahren erhöht, und zwar von rund 437.000 auf 454.000.

Bei den Ein- bis Dreijährigen hingegen, die seit dem 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben, sieht die Lage etwas besser aus. In dieser Altersgruppe steht in NRW für 55,5 Prozent der Kinder ein Betreuungsplatz zur Verfügung - nach 54,9 Prozent im Vorjahr. Es sei nicht absehbar, wann die unter Dreijährigen so gut versorgt sein werden wie heute schon die Kinder zwischen drei und sechs Jahren, sagte Kampmann. In dieser Altersgruppe liegt die Quote bei 95 Prozent.

Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, sollen zusätzlich 100 Millionen Euro in den Ausbau aller Kita-Betreuungsplätze fließen. Insgesamt stehen zum neuen Kindergartenjahr in NRW rund 638.600 Betreuungsplätze in Kitas und bei Tageseltern bereit, rund 18.500 Plätze mehr als im laufenden Kita-Jahr. "Das ist ein Riesen-Schritt nach vorn", sagte Kampmann.

Die FDP-Opposition hingegen wirft der rot-grünen Landesregierung vor, sie habe es versäumt, für eine auskömmliche Finanzierung der Kitas zu sorgen. "Auch die neu geschaffenen U3-Plätze werden nichts an der Tatsache ändern, dass NRW weiter hinter anderen Ländern bei der U3-Betreuung zurückbleibt", sagte der familienpolitische Sprecher Marcel Hafke. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war NRW zuletzt bundesweit Schlusslicht bei der U3-Betreuung.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: U3-Kitaplätze in NRW bleiben rar


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.