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Protestkundgebung in Dortmund: Über 1.500 Demonstranten gegen Aufmarsch von Rechtsextremisten

zuletzt aktualisiert: 16.12.2000 - 18:46

Dortmund (AP). Mehr als 1.500 Menschen haben am Samstag in Dortmund gegen einen Aufmarsch von rund 300 Rechtsextremisten protestiert. Nach Polizeiangaben verliefen beide Demonstrationen weitgehend friedlich. Im Anschluss wurden am Bahnhof zwei Neonazis von rund 30 linken Gegendemonstranten verprügelt. Zuvor hatten rund 250 linke Demonstranten, darunter 50 Vermummte der autonomen Szene, versucht, eine Polizei-Absperrung zu durchbrechen. Anführer der Neonazi-Kundgebung war der Hamburger Rechtsextremist Christian Worch.

Zum Protest gegen die Rechtsextremisten hatten mehrere Organisationen aufgerufen, darunter die Versammlungen zweier großer Bündnisse mit den Slogans "Wir stellen uns quer" und "Dortmund gegen Rechts". Zu den Veranstaltern zählten auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sowie linke Gruppierungen und die Dortmunder Schülerschaft.

Die Prügelei am Bahnhof wurde von Ordnungskräften beendet. Die Polizei nahm Ermittlungen nach den Tätern auf. Während der Demonstration war es der Polizei erfolgreich gelungen, beide Gruppen auseinander zu halten.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte die Demonstration der Rechtsextremisten unter Auflagen erlaubt. Nach Angaben der Polizei hielten sich die Anhänger des Hamburger Neonazis allerdings nur teilweise an die Anweisungen. So skandierten sie entgegen dem richterlichen Verbot Parolen wie "Hier marschiert der nationale Widerstand".

Der Hamburger Neonazi Worch, der 1997 wegen rechtsextremistischer Äußerungen in Haft saß, hatte erst am vergangen Wochenende mit etwa 100 Gesinnungsgenossen in Köln demonstriert. Auch in Dortmund war er im Oktober mit etwa 600 Rechtsextremisten aufgetreten. Ihnen hatten sich rund 20.000 Demonstranten entgegengestellt und das Motto "Fremde sind Freunde" propagiert.

Quelle: RPO Archiv

 
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